Verteilung der -Stat-Orte

Als kleinen Nachtrag zum vorherigen Beitrag habe ich mir mal die Mühe gemacht und markiert, wo und in welcher Häufung in Deutschland Ortsnamen auftauchen, die ursprünglich auf das Suffix -stat endeten. Das Ganze war ein bisschen mühselig, weil wie findet man die Orte überhaupt? Wikipedia ist recht hilfreich, da es dort Listen von Städten und Gemeinden nach Bundesländern sortiert gibt. Da kann man schnell mal durchsuchen, wo der Ortsname passt. Es ist aber schon schwierig, eingemeindete Orte zu finden, manchmal gibt’s dazu Listen, manchmal nicht. Und Wüstungen fallen ohnehin ganz raus. Somit ist diese Übersicht selbstverständlich unvollständig. Außerdem könnten kleinere Lücken und kleinere Anhäufungen auch durch diese ungenaue Arbeitsweise entstanden sein (mal mit Ortsteilen, mal ohne, mancherorts wurde mehr eingemeindet, anderenorts weniger, etc.).
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Überlegungen zu den Parallelen zwischen Südhessen und der Wetterau

Ich habe immer wieder versucht Parallelen zu ziehen zwischen den -Stadt-Orten Südhessens und jenen in der Wetterau. Dabei habe ich die Hypothese aufgestellt, dass diese -Stadt-Orte keine simple Siedlungstätigkeit widerspiegeln, sondern einen strategisch-militärischen Hintergrund in der Zeit des fränkisch-alemannischen Konflikts haben könnten, bspw. als kleine militärische Wachposten, die vielleicht mit Leuchtfeuern wichtigere Stützpunkt vor Angriffen warnen konnten.

Sinn macht das aber nur, wenn man eine zentrale Befestigung hat, in der man für solche Fälle die sehr begrenzte Anzahl an Truppen zusammenziehen kann. In der Wetterau gibt es diesen Punkt: den Glauberg. Dieser war nicht nur Standort der keltischen Höhensiedlung, für die er heute so berühmt ist, sondern später stand dort auch die Höhensiedlung eines alemannischen Kleinkönigs, die noch später durch eine fränkische Großburg ersetzt wurde.
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Kartengestöber – mit Nachtrag

Kristof hat die südhessische Straßenkarte von 1575 hochgeladen. Diese Karte kannte ich zwar schon seit geraumer Zeit, allerdings in geringerer Auflösung.

Diese Karte gehört aus verschiedenen Gründen zu den interessantesten überhaupt. Ein Grund ist, dass wir auf der Karte die älteste bildliche Darstellung Darmstadts überhaupt finden, auch wenn die Darstellung als schnelle Skizze nur wenig aufschlussreich ist.

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Früheste Siedlungsstruktur in Eberstadt (und was persönliches zu Beginn)

Ich dachte, ich müsste mal wieder was in den Blog schreiben ;-), ich habe dabei allerdings zwei Probleme.

Das vergangene Jahr war etwas schwierig für mich, da ich mich beruflich neu orientieren musste – und streng genommen immer noch muss. Wegen meines eher krummen Lebenslaufs war ich gezwungen, mich anderweitig als bisher zu qualifizieren, was ich jetzt am 17.1. dann auch endlich abgeschlossen habe. Aktuell bin ich jetzt auf Stellensuche und warte auf Antworten auf Bewerbungen, so dass ich momentan endlich mal wieder etwas Zeit habe. Das kann sich aber – je nach dem, wie es weitergeht – auch schnell wieder ändern.
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Überlegungen zur Wildhube

Das Dreieicher Weistum von 1338 erwähnt die im Wildbann Dreieich befindlichen Wildhuben. Von vielen dieser Wildhuben wird angenommen, dass sie die Keimzellen der Orte gewesen sind, die ihren Namen tragen, darunter auch Darmstadt, das nach einem Darmund benannt sein soll, der der erste Wildhübner des Ortes gewesen wäre. Die Wildhube soll am Standort des Schlosses gestanden haben. Damit wäre Darmstadt zur Versorgung der Wildhube entstanden. Gelegentlich ist auch zu lesen, dass die frühen Einwohner der südhessischen Orte Bedienstete der jeweiligen Wildhübner gewesen wären.

Ich halte diese Idee für nicht sehr überzeugend. Zu viele Dinge passen da nicht zusammen. Schon die uneinheitliche Benennung der Huben spricht eher dafür, dass diese Ortsnamen vor der Einrichtung der Huben existierten und die Huben nach den Orten benannt wurden, nicht umgekehrt. In Darmstadt wird die Wildhube als noch existierend erwähnt in einer Zeit, als am Standort des Schlosses bereits eine Wasserburg stand, also keine Wildhube.

Ich vermute den Standort der Wildhube eher in Kranichstein. 1399 wird dort das Einsiedel-Rod erwähnt, aus dem sich danach in knapp 200 Jahren das heutige Jagdschloss Kranichstein entwickelte. Im Gegensatz zum Darmstädter Schloss ist dadurch eine konstante Nutzung für den Jagdbetrieb, also der Hauptaufgabe der Wildhuben, zumindest bis ins 14. Jahrhundert zurück nachweisbar.

Zwei Dinge, die diese Auffassung stützen könnten, sind mir nun aufgefallen.

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Darmund & seine Freunde – Tiere, Sachen und Personen – Überlegungen zu Ortsnamen in Hessen

…ich hab mal versucht, ein paar Überlegungen zusammenzufassen. Ist mir allerdings nur bedingt gelungen, es holpert an einigen Stellen noch ziemlich. So ganz bekomme ich meine Gedanken noch nicht zu einer schlüssigen Argumentation zusammen. Es ist also eher das Zwischenergebnis des Findungsprozesses einer Argumentation, der sicher noch einige Jahre andauern wird… 

Nachdem ich nach langem Suchen endlich einen Beleg dafür gefunden habe, dass es den Namen Darmund, der angebliche Name des Ortsgründers von Darmstadt, bei den Franken bereits im Frühmittelalter gegeben hat, stellt sich nun natürlich die Frage, ob diese Hypothese doch richtig ist, Darmstadt also von einem Franken namens Darmund gegründet wurde.

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Im Norden Frankreichs hat er sich versteckt…

Okay, irgendwie hat es mir keine Ruhe gelassen. Ich habe wirklich Dutzende von Veröffentlichungen gelesen, die einen Darmund als Ortsgründer Darmstadts angeben, aber keine, wirklich gar keine davon belegt, dass es diesen Namen überhaupt gegeben hat. Einige sagen sogar ausdrücklich, dass der Name nur im Ortsnamen Darmstadt nachweisbar wäre! Auch die Nachschlagewerte bzgl. althochdeutscher Personennamen führen keinen Darmund oder ähnlichen Namen auf, es sei denn mit Bezug auf den Ortsnamen Darmstadt, also als Rekonstruktion, nicht als Beleg.

Der Punkt, an dem man sich zu viel mit so was beschäftigt, ist wohl gekommen, wenn man die Gegenargumente zu den eigenen Thesen selbst finden muss. Hat zugegebenermaßen ein bisschen was von einem Selbstgespräch. Nach langem Suchen habe ich jetzt aber ein Dokument gefunden, das einen „Darmundus“ für das Jahr 708 belegt. Dieser scheint damals im Norden des heutigen Frankreichs erheblichen Grundbesitz gehabt zu haben, im Kerngebiet der Franken also. Da der Mann da nicht erst 8 Jahre alt gewesen sein wird, gab es den Namen spätestens im 7. Jahrhundert bei den Franken.

Bleibt aber das Problem, dass das -stat-Suffix gar nicht fränkisch zu sein scheint, und dass unser „Darmundus“ im eher galloromanischen Sprachraum gelebt hat. Der Wildhübner bleibt in jedem Fall Blödsinn.