Der 13. Juni in Darmstadt

13. Juni 1835
Der Hofgerichtsrat Konrad Georgi gibt einen Steckbrief für Georg Büchner heraus. Dieser hätte sich der gerichtlichen Untersuchung seiner „staatsverrätherischen Handlungen“ durch „Entfernung aus dem Vaterlande“ entzogen. Es ist eine Art Amtshilfe- und Auslieferungsgesuch.

13. Juni 1847
Ermordung der Gräfin Emilie von Görlitz in ihrem Anwesen in der Neckarstraße 17. Die erste Vermutung, die Gräfin wäre einer spontanen Selbstentzündung zum Opfer gefallen, widerlegt Justus Liebig im anschließenden Verfahren. Er weist nach, dass eine solche Selbstentzündung eines Menschen gar nicht möglich ist. Letztendlich entpuppt sich der Tod der Gräfin als simpler Raubmord durch einen ihrer Diener.

13. Juni 1877
Nachdem einige Zeitungen bereits am 5. Juni seinen Tod vermeldet hatten, stirbt Großherzog Ludwig III. nun tatsächlich, nur 4 Tage nach seinem 71. Geburtstag.

Der 12. Juni in Darmstadt

12. Juni 1821
Geburt Luise Büchners, die jüngere Schwester Georg Büchners gehört zu den bedeutendsten Frauenrechtlerin des 19. Jahrhunderts.

Der 11. Juni in Darmstadt

11. Juni 1661
Landgraf Georg II. stirbt. Seine Amtszeit ist vor allem durch den 30-jährigen Krieg und den Hessenkrieg geprägt. Unter ihm entsteht das Pädagog und in dessen Nachfolge daher auch das Ludwig-Georgs-Gymnasium. Ebenfalls fallen in seine Zeit auffällig viele antisemitische Verordnungen. So ist bereits eine seiner ersten Amtshandlungen als Landgraf eine Anweisung an die Juden, umgehend das Land zu verlassen. Eine Anweisung, die das Reichskammergericht für rechtswidrig erklären wird. Auch die rechtswidrige Aneignung des Großen Hainum, die heutige Fasanerie, fällt in seine Amtszeit.

Der 10. Juni in Darmstadt

10. Juni 1912
Mit dem von August Euler gebauten, „Gelber Hund“ genannten Postflugzeug startet die erste amtlich genehmigte deutsche Luftpostbeförderungen zwischen Frankfurt, Darmstadt, Worms und Mainz.

Der 9. Juni in Darmstadt

09. Juni 1923
Um 2 Uhr morgens findet am Hauptbahnhof eine antirepublikanische Demonstration statt. Anlass ist die Ankunft eines Sonderzuges mit der Leiche des am 26. Mai hingerichteten Albert Leo Schlageter. Schlageter führte mehrere Sprengstoffanschläge durch und galt vor allem den Nationalsozialisten, aber auch einigen Nationalkonservativen als Märtyrer. Während der Nazi-Zeit hieß der Rhönring zeitweise Schlageterstraße.

09. Juni 1933
Die Darmstädter Stadtbücherei meldet, man hätte bereits 100 Bücher von Autoren, die als „undeutsch“ kategorisiert sind, „ausgemerzt“, darunter Bücher von Heinrich Mann und Lion Feuchtwanger.

Der 8. Juni in Darmstadt

08. Juni 1940
Zum ersten Mal ertönt Fliegeralarm. Weitere 35 sollen folgen, darunter der verheerendste vom 11./12. September 1944.

Der 7. Juni in Darmstadt

07. Juni 1743
Im Zuge des Österreichischen Erbfolgekriegs besetzen französische Truppen Eberstadt und Pfungstadt. Einige Tage später errichten sie in Arheilgen ihr Hauptquartier, in Darmstadt besetzen sie die Stadttore und in Bessungen den Orangeriegarten.

07. Juni 1777
Grundsteinlegung des Kollegiengebäudes an der Nordseite des heutigen Luisenplatzes. Ursprünglich ist es der Sitz der landgräflichen Ministerien. Heute ist das Regierungspräsidium dort untergebracht.

07. Juni 1877
Der Gesundheitszustand des in einigen Zeitungen schon als verstorben geltenden Großherzogs Ludwig III. verschlechtert sich. Die Darmstädter Zeitung berichtet von Schwäche, Unruhe, aussetzendem Puls und Beklemmungen in der Brust.

Der 6. Juni in Darmstadt

06. Juni 1872
Geburt von Alix von Hessen-Darmstadt, die als Alexandra Fjodorowna letzte russische Zarin und zusammen mit dem Rest der Zarenfamilie am 17. Juli 1918 ermordet werden wird.

06. Juni 1968
Beisetzung von Ludwig Prinz von Hessen und bei Rhein in der Darmstädter Stadtkirche mit zahlreichen Gästen aus Politik und Hochadel.

Im Zuge der Berichterstattung erwähnt das Darmstädter Tagblatt auch explizit, dass die Polizei „diskret-rücksichtsvoll“ aufgetreten sei. Es ist die Zeit der Proteste gegen die Notstandsgesetzgebung, die Stadt Darmstadt hatte erst wenige Wochen zuvor politische Plakatierungen größtenteils untersagt. Dass der Sozialistische Deutsche Studentenbund angekündigt hatte, die Trauerfeierlichkeiten nicht stören zu wollen, ist der konservativen Presse dann aber auch nicht recht. Als wäre der Artikel schon vorab größtenteils geschrieben worden, ist von „beispiellosen Geschmacklosigkeiten dieser jungen Leute“ die Rede. Weil es die aber gar nicht gab, schreibt man darüber nur, dass man da nicht näher drauf eingehen möchte.

Der 5. Juni in Darmstadt

05. Juni 1877
Einige Würzburger Zeitungen melden den Tod von Großherzog Ludwig III. Tatsächlich ist er zwar schwer krank, lebt aber noch.

Der 4. Juni in Darmstadt

04. Juni 1737
Einweihung der ersten Synagoge in Darmstadt. Seit 1695 ist es den Juden erlaubt, am Sabbat und anderen Feiertagen im privaten Kreis Gottesdienste abzuhalten. Nicht zuletzt auch aufgrund von Vorbehalten des Darmstädter Stadtrats dauert es aber noch einmal 40 Jahre bis der Landgraf die Erlaubnis zur Einrichtung einer öffentlichen Synagoge erteilt. Weitere 2 Jahre später kann sie schließlich eingeweiht werden.