Shakespeares Totenmaske

Die in der Darmstädter Universitätsbibliothek ausgestellte Totenmaske Shakespeares ist aller Wahrscheinlichkeit nach eine Fälschung. Eine Existenz der Maske ist erst für 1849 belegt. Der angebliche Finder der Maske, der Hofmaler Ludwig Becker, behauptete, er hätte sie bei einem Mainzer Trödler entdeckt, der jedoch schon 1875 nicht mehr ausfindig zu machen war. Auch andere Mainzer Trödler konnten 1875 nicht bestätigen, dass ein Kollege im Besitz der Maske gewesen war. Vorbesitzer soll der Mainzer Domkapitular Franz Graf Kesselstatt gewesen sein, so behauptete es zumindest Becker, doch Kesselstatts Majordomus konnte sich an keine solche Maske erinnern.

Auf der anderen Seite soll sich der angebliche Finder Ludwig Becker bereits früher mit der Herstellung solcher Masken beschäftigt haben. Da er die Maske kurz nach dem angeblichen Sensationsfund bereits wieder zu verkaufen versuchte, um seine Auswanderung nach Australien zu finanzieren, liegt der Verdacht einer Fälschung durch Ludwig Becker zumindest näher als die Annahme, Kesselstatt hätte die Maske selbst vor seinem Majordomus geheim gehalten. Vor allem, da es auch keinerlei Erwähnung einer Totenmaske Shakespeares vor dem Jahr 1849 gibt.

Häufig ist zu lesen, dass kriminaltechnische Untersuchungen die Echtheit der Maske belegt hätten. Tatsächlich belegen diese Untersuchungen aber bestenfalls, dass die Totenmaske Shakespeare darstellen soll, was ja Sinn und Zweck einer Fälschung ist.

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