Heute mal ein kleiner Linktipp

Da ich’s ja auch gerade von der historischen Frühzeit unserer Region hatte, sei dieser Beitrag empfohlen: http://www.stadtlandsand.de/?p=3360

Advertisements

Verteilung der -Stat-Orte

Als kleinen Nachtrag zum vorherigen Beitrag habe ich mir mal die Mühe gemacht und markiert, wo und in welcher Häufung in Deutschland Ortsnamen auftauchen, die ursprünglich auf das Suffix -stat endeten. Das Ganze war ein bisschen mühselig, weil wie findet man die Orte überhaupt? Wikipedia ist recht hilfreich, da es dort Listen von Städten und Gemeinden nach Bundesländern sortiert gibt. Da kann man schnell mal durchsuchen, wo der Ortsname passt. Es ist aber schon schwierig, eingemeindete Orte zu finden, manchmal gibt’s dazu Listen, manchmal nicht. Und Wüstungen fallen ohnehin ganz raus. Somit ist diese Übersicht selbstverständlich unvollständig. Außerdem könnten kleinere Lücken und kleinere Anhäufungen auch durch diese ungenaue Arbeitsweise entstanden sein (mal mit Ortsteilen, mal ohne, mancherorts wurde mehr eingemeindet, anderenorts weniger, etc.).
Mehr von diesem Beitrag lesen

Überlegungen zu den Parallelen zwischen Südhessen und der Wetterau

Ich habe immer wieder versucht Parallelen zu ziehen zwischen den -Stadt-Orten Südhessens und jenen in der Wetterau. Dabei habe ich die Hypothese aufgestellt, dass diese -Stadt-Orte keine simple Siedlungstätigkeit widerspiegeln, sondern einen strategisch-militärischen Hintergrund in der Zeit des fränkisch-alemannischen Konflikts haben könnten, bspw. als kleine militärische Wachposten, die vielleicht mit Leuchtfeuern wichtigere Stützpunkt vor Angriffen warnen konnten.

Sinn macht das aber nur, wenn man eine zentrale Befestigung hat, in der man für solche Fälle die sehr begrenzte Anzahl an Truppen zusammenziehen kann. In der Wetterau gibt es diesen Punkt: den Glauberg. Dieser war nicht nur Standort der keltischen Höhensiedlung, für die er heute so berühmt ist, sondern später stand dort auch die Höhensiedlung eines alemannischen Kleinkönigs, die noch später durch eine fränkische Großburg ersetzt wurde.
Mehr von diesem Beitrag lesen

Tausendjähriger Vogelschiss

„Hitler und die Nazis sind nur ein Vogelschiss in über 1000 Jahren erfolgreicher deutscher Geschichte“

„Wir haben eine ruhmreiche Geschichte. Und die, liebe Freunde, dauerte länger als die verdammten zwölf Jahre.“

Das sind die Worte von Alexander Gauland (AfD), die zurzeit Empörung hervorrufen. Damian Lohr, der Vorsitzende der in Darmstadt gegründeten JA, der Jugendorganisation der AfD, packte sogar noch eines drauf und sprach von „12 von 2000 Jahren“, die ein „verschwindend geringer Anteil wären“.

1.000 Jahre? 2.000 Jahre? Wer bietet mehr? War vielleicht sogar Ötzi Deutscher? Um die Frage zu beantworten, ob die deutsche Geschichte erfolgreich oder „ruhmreich“ war, muss man erst mal klären, was denn zur deutschen Geschichte gehört?
Mehr von diesem Beitrag lesen

Gestatten, Jorge!

Mit meinem Nachnamen ist es ja manchmal etwas kompliziert. Meistens versuche ich Rückfragen zu vermeiden, indem ich „wie der Vorname“ hinzufüge. Nützt oft auch nichts. Regelmäßig kommt die Erwiderung: „Das ist ja ein Frauennamen!“, wo ich mich dann immer sehr zurückhalten muss, um nicht zu sagen: „Ach, echt? Ernsthaft? Sie werden es nicht glauben, aber Sie sind wirklich der absolut Erste, dem das auffällt!“

Dabei ist das noch die angenehmere Variante. In letzter Zeit höre ich auch häufig: „Ach, wie die Frau Fischer!“ …*grmblgrmpfflgr* Nein, die Frau Fischer heißt so mit Vornamen, ich mit Nachnamen und, nein, ich bin nicht verwandt, ich mag nicht mal ihre Musik. Ich finde sie sogar ziemlich furchtbar. Sagen tu ich dann aber meistens nur: „Äh, nicht ganz.“ oder gar: „So ungefähr.“

Und dann gibt es noch den Brief- oder Emailverkehr, in dem ich gerne mal als „Frau Jörg“ angeschrieben werde. Trotz Akzent in Heléne („den Dubbe hammer amtlich“ wie meine Mutter zu sagen pflegt) und trotzdem Jörg überall vorne steht (daher der Begriff Vorname) scheinen viele der Meinung zu sein, Jörg müsse der Nachname sein.

Jetzt habe ich aber eine völlig neue Variante entdeckt. Und das nicht irgendwo, sondern in der englischsprachigen Wikipedia. Ich hatte vor einiger Zeit einige Punkte zum Dippel/Frankenstein-Mythos auf Englisch verfasst und dieser Artikel hat es tatsächlich als Verweis in die englischsprachige Wikipedia geschafft (und, nein, ich habe das nicht selbst eingetragen!). Und wie wird mein Name da geschrieben? Nun:jorge:

Eigentlich blöd, dass mir das als Teenager nicht eingefallen ist, Jorge wäre bei den Mädels sicher besser angekommen als das langweilige Jörg. Jorge klingt nach Spaß, Jörg nach Sportmoderator.

Und täglich grüßt der Hindenburg (Folge 42)

Und wieder mal war die Hindenburgstraße Thema, diesmal im Bauausschuss: http://www.echo-online.de/lokales/darmstadt/hindenburgstrasse-linke-scheitert-mit-antrag-nach-anbringung-eines-zusatzschilds_18754833.htm.

Die Linke hatte beantragt, den erklärenden Zusatz des Straßenschildes durch den Hinweis „Kriegsherr, Reichspräsident und Wegbereiter Hitlers“ zu ersetzen. Das wäre zumindest originell, meines Wissens gibt es nichts Vergleichbares auf irgendeinem Straßenschild in Deutschland. Zumindest in dieser Formulierung finde ich die Gefahr, dass das missverstanden wird, aber auch sehr groß.

Mehr von diesem Beitrag lesen

Hindenburg Update

Übrigens läuft das Ermittlungsverfahren zwischenzeitlich auf Hochtouren. Die Anklagepunkte lauten unter anderem auf „gemeinschädliche Sachbeschädigung“ und „Amtsanmaßung“.

Ich habe eben mal nachgeschlagen, was „gemeinschädliche Sachbeschädigung“ ist, § 304 StGB:

(1) Wer rechtswidrig Gegenstände der Verehrung einer im Staat bestehenden Religionsgesellschaft oder Sachen, die dem Gottesdienst gewidmet sind, oder Grabmäler, öffentliche Denkmäler, Naturdenkmäler, Gegenstände der Kunst, der Wissenschaft oder des Gewerbes, welche in öffentlichen Sammlungen aufbewahrt werden oder öffentlich aufgestellt sind, oder Gegenstände, welche zum öffentlichen Nutzen oder zur Verschönerung öffentlicher Wege, Plätze oder Anlagen dienen, beschädigt oder zerstört, wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.

(2) Ebenso wird bestraft, wer unbefugt das Erscheinungsbild einer in Absatz 1 bezeichneten Sache oder eines dort bezeichneten Gegenstandes nicht nur unerheblich und nicht nur vorübergehend verändert.

(3) Der Versuch ist strafbar.

Gegenstände der Verehrung? Öffentliche Denkmäler? Gegenstände der Kunst? Was genau von diesen, in dem Paragraphen aufgezählten Punkten trifft denn auf Hindenburg zu, der laut der Stadt Darmstadt ein „Wegbereiter der NS-Diktatur“ war? Und wieso ist ein popliger Klebestreifen „nicht unerheblich“ und „nicht nur vorübergehend“?