Im Norden Frankreichs hat er sich versteckt…

Okay, irgendwie hat es mir keine Ruhe gelassen. Ich habe wirklich Dutzende von Veröffentlichungen gelesen, die einen Darmund als Ortsgründer Darmstadts angeben, aber keine, wirklich gar keine davon belegt, dass es diesen Namen überhaupt gegeben hat. Einige sagen sogar ausdrücklich, dass der Name nur im Ortsnamen Darmstadt nachweisbar wäre! Auch die Nachschlagewerte bzgl. althochdeutscher Personennamen führen keinen Darmund oder ähnlichen Namen auf, es sei denn mit Bezug auf den Ortsnamen Darmstadt, also als Rekonstruktion, nicht als Beleg.

Der Punkt, an dem man sich zu viel mit so was beschäftigt, ist wohl gekommen, wenn man die Gegenargumente zu den eigenen Thesen selbst finden muss. Hat zugegebenermaßen ein bisschen was von einem Selbstgespräch. Nach langem Suchen habe ich jetzt aber ein Dokument gefunden, das einen “Darmundus” für das Jahr 708 belegt. Dieser scheint damals im Norden des heutigen Frankreichs erheblichen Grundbesitz gehabt zu haben, im Kerngebiet der Franken also. Da der Mann da nicht erst 8 Jahre alt gewesen sein wird, gab es den Namen spätestens im 7. Jahrhundert bei den Franken.

Bleibt aber das Problem, dass das -stat-Suffix gar nicht fränkisch zu sein scheint, und dass unser “Darmundus” im eher galloromanischen Sprachraum gelebt hat. Der Wildhübner bleibt in jedem Fall Blödsinn.

*Daru-munðaż

Heinrich Tischner, der sich schon seit vielen Jahren intensiv mit den Ortsnamen in Südhessen auseinandersetzt, hat seine durchaus originelle Erklärung für den Ortsnamen Darmstadt als Stätte am Eichenberg jetzt verworfen und nimmt nun ebenfalls einen Personennamen an: *Daru-munðaż (link), was im Prinzip Darmund entspricht.
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Ein bisschen Kommunalwahlstatistik: Frauen und junge Leute

Ich hab mal ein bisschen gerechnet. Es gab vor ein paar Tagen die Meldung, dass der Anteil an weiblichen Kandidaten bei der Kommunalwahl in Hessen etwas gestiegen ist. Das hab ich zum Anlass genommen, bei den Darmstädter Wahlvorschlägen mal genauer hinzuschauen, welche Liste welchen Anteil an weiblichen Kandidaten hat.
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Weitere Anmerkungen zum (Online-)Stadtlexikon

So, eine kleine Ergänzung zum gestrigen Beitrag. Ich habe noch ein bisschen in der Onlineversion des Stadtlexikons gestöbert und habe noch zu ein paar anderen Artikeln ein paar Anmerkungen.

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Stadtlexikon Online

Dass das gemacht werden soll, war schon seit längerem immer mal wieder zu hören, jetzt ist es soweit: das Stadtlexikon Darmstadt gibt es in einer kostenlose Onlineversion: http://www.darmstadt-stadtlexikon.de. Die gedruckte Fassung war mit 50,- € auch viel zu teuer, so dass die Online-Veröffentlichung sehr zu begrüßen ist.

In der Onlinefassung zeigt sich aber auch, wie sehr sich die Zeiten mit dem Internet geändert haben. Die Printfassung war ein ziemlicher Wälzer, der sich im Regal gut gemacht hat und der auch als Geschenk sicher häufig genutzt wurde. In der Onlinefassung zeigt sich schnell, wie limitiert eine solche Veröffentlichung bzgl. des Umfangs ist. Viele Artikel sind zu kurz und oberflächig.

Den ersten Artikel, mit dem ich nicht einverstanden bin, hab ich dann auch gleich gefunden. Kenner dieses Blogs werden schon erahnen, dass es sich um den Ortsnamen dreht und der unbelegten Spekulation, er ginge auf den Personennamen Darmund oder Darimund zurück: http://www.darmstadt-stadtlexikon.de/d/darmstadt-ortsname/. Diese Erklärung würde aufgrund des “häufigen Vorkommens der Endung -heim oder -stat in Verbindung mit einem Personennamen” naheliegen.
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Und die Reaktion des Burgschreibers… ;-)

Das Echo geht heute auf die erwähnte Broschüre ein: http://www.echo-online.de/lokales/darmstadt-dieburg/muehltal/eine-burg-zwei-ansichten_16582167.htm

Und hat natürlich mal bei Walter Scheele angefragt, was er davon hält:

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Irrtümer zum Frankenstein

Vom Geschichtsverein Eberstadt-Frankenstein gibt es eine neue Broschüre über die Irrtümer, die über den Frankenstein verbreitet werden: link hier.

Unterschied zu älteren Veröffentlichungen ist, dass hier nicht nur Mitglieder des Geschichtsvereins und unbedeutende Blogger wie ich zu Wort kommen, sondern vor allem unabhängige Historiker. Es soll jetzt also bitte keiner mehr behaupten, dass das nur ein persönlicher Streit zwischen dem Geschichtsverein und Walter Scheele wäre.

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