There must be some way out of here

Heute um kurz vor 12.00 Uhr in der Elisabethenstraße. Das Wetter ist gut, ein bisschen frisch noch, aber strahlend blauer Himmel, der Frühling kündigt sich an, die Menschen sind gut gelaunt…

Oder so…
Mehr von diesem Beitrag lesen

Werbeanzeigen

Den Hindenburg machen (2) – Wider dem Narrativ

Tatsächlich gibt es einmal fast so etwas wie Neuigkeiten. Wie dem Echo mit Berufung auf Oberbürgermeister Partsch zu entnehmen ist, werden in etwa zwei Monaten die Empfehlungen des „Fachbeirats für die Prüfung der Darmstädter Straßennamen“ bekannt gegeben.

„Geprüft wurden vor allem mögliche Verflechtungen von Namenspaten während der Nazizeit. Man kann aber nicht immer die Lebensleistung von Menschen auf die NS-Zeit reduzieren.“

Mehr von diesem Beitrag lesen

Den Hindenburg machen

Die SPD hat diese Woche vorgeschlagen, die Hindenburgstraße in Mirjam-Pressler-Straße umzubenennen, nach der kürzlich verstorbenen, in Darmstadt geborenen Schriftstellerin.

Ein neuer Name, aber ein altes Thema, folglich gibt es auch die alten Ablehnungsreflexe, die schon großes „Die Ente bleibt draußen“-Potential haben. Mittlerweile ist es müßig zu wiederholen, dass das Thema seit Jahren gegessen wäre, hätte man die Umbenenunng 2006, als es der Magistrat beschlossen hatte, durchgeführt (zumal es damals wohl an gewissen Animositäten scheiterte, während die vorgebrachten Argumente eher vorgeschoben waren).
Mehr von diesem Beitrag lesen

Alternative Heucheleien

Für unsere Zukunft, für unsere Kinder

Dieser Slogan wird einem zurzeit auf der Homepage der AfD Hessen entgegen gebrüllt. Dabei hatte der Landesverband – vermutlich aus rein ideologischen Gründen – ein Nein zur Aufnahme von Kinderrechten in die hessische Verfassung empfohlen.

Revolution 1918

Das Echo schreibt heute über die Revolution 1918: https://www.echo-online.de/lokales/darmstadt/revolution-1918-in-darmstadt_19167789

Ich hatte ja selbst vor, etwas darüber zu schreiben, aber – die wenigen, die hier noch mitlesen, werden es gemerkt haben – ich habe ein wenig die Lust verloren.

Dabei hätte man das schon schöner machen können als das Echo. Ich bin ja ein großer Fan davon, historische Ereignisse mal unter anderen Blickwickeln neu zu betrachten statt immer nur das zusammenzufassen, was in der Vergangenheit darüber geschrieben wurde. Die Revolution in Darmstadt hatte ja beispielsweise auch einen bislang unbeachteten durchaus komischen Aspekt als unfreiwillige Satire auf die russische Revolution. Ludwig Prinz von Hessen und bei Rhein schreibt in seinen Erinnerungen:

Die Mauer entlang strichen verwegene Gestalten. Es waren sehr junge Burschen in langen Soldatenmänteln. Sie hatten sich alle eine Nummer größer besorgt irgendwie […] Sie schlenderten mit umgehängten Gewehren, die Mündung nach unten durch die Gegend. Das war alles sehr gut imitiert nach den Bildern, die wir auch von der russischen Revolution in den Illustrierten gesehen hatten, und die scheinbar große Mode gemacht hatte.

Man versuchte die russische Revolution in Darmstadt nachzustellen, schrie und ballerte wild auf dem Marienplatz herum, während man vom Großherzog:

… freundlich aufgenommen, ihnen ein Matratzenlager schon vorher gerichtet und ihnen Suppe und Kaffee angeboten [wurde]. Man hatte die Diener ferngehalten, die Hausmädchen ihnen nahegebracht und die waren nett und lustig mit den Leuten gewesen, die ja müde waren, wie auch eigentlich diese ganze Revolution viel Müdigkeit eines bis aufs Blut erschöpften Volkes ausdrückte, viel mehr als die aktive Wut einer entrechteten Masse.

Wenn man jetzt noch bedenkt, dass viele dieser Revolutionäre mutmaßlich vier Jahre zuvor bei Kriegsausbruch ähnlich triumphierend durch die Straßen gezogen sind und entsprechende Kriegspropaganda ebenso überzeugt gebrüllt haben dürften wie jetzt revolutionäre Slogans, dann hat das in meinen Augen viel von einem Monty-Python-Sketch.

Geschichte, die sich als Farce wiederholt – warum der Fall Maaßen zeigt, dass wir uns als Gesellschaft weiterentwickelt haben

Erneut großes Geschrei um die neuerlichen Auslassungen des Ruheständlers in spe Hans-Georg Maaßen. Warum auch ins Innenministerium wechseln, um für sein Geld arbeiten zu müssen, wenn einen der Staat im „einstweiligen Ruhestand“ für das Nichtstun bezahlt. Etwaige Abzüge kann man ja gut mit Büchern und Vortragstouren im rechten Millieu ausgleichen, war schon für Sarrazin ein astreines Geschäftsmodell.

Ja, es erklärt einiges, wenn sich der Verfassungsschutzpräsident als rechter Verschwörungstheoretiker herausstellt. Trotzdem zeigt der Fall, dass sich die Republik in den letzten 25 Jahren maßgeblich weiterentwickelt hat.

Die Ausschreitungen in Chemnitz wurden des Öfteren mit den ausländerfeindlichen Ausschreitungen Anfang der 90er verglichen. Der Vergleich ist nur sehr bedingt richtig, zeigt aber, dass sich seither politisch viel verändert hat. Denn nach den Ausschreitungen in Rostock-Lichtenhagen 1992 war es nicht etwa ein einzelner Staatsbeamter, der aufgrund eines gekränkten Egos noch einmal um sich biss, sondern ein Großteil des konservativen Spitzenpersonals, das eine linksradikale Verschwörung dahinter vermutete, inklusive des damaligen Bundeskanzler Helmut Kohl, der behauptete, die Ausschreitungen von Lichtenhagen seien von der Stasi gelenkt worden.

Heute dagegen erkennt auch die überwältigende Mehrheit in der CDU, was für ein dummes Zeug das ist. Das lässt hoffen, auch wenn am rechten Rand eine neue Partei für all die ausgelagerten rechten Verschwörungstheoretiker entstanden ist. Bald auch eine neue Heimat für Herrn Maaßen, ab sofort dürfen Wetten angenommen werden, bis wann er in die AfD eintritt. Wer richtig tippt, ist bestimmt Teil der linksradikalen Verschwörung!

Volksabstimmung in Hessen und AfD

Dass die Verfassungsänderungen deutliche Zustimmung gefunden haben, ist keine große Überraschung, denn eigentlich war es nur eine längst überfällige Modernisierung der Verfassung. Zudem wurden kontroverse Themen wie der Gottesbezug, den die CDU reinschreiben wollte, im Vorfeld von den anderen Parteien abgeblockt. Einzig die Höhe des Quorums bei Volksentscheidungen wäre noch diskutabel gewesen. 25% ist sehr hoch. Allerdings wäre dagegen stimmen sehr seltsam gewesen, weil man dadurch einen Status Quo zementiert hätte, der Volksentscheide ja noch schwieriger gemacht hatte. Ein Schritt in die richtige Richtung ist besser als stehenbleiben.
Mehr von diesem Beitrag lesen