Wir sind die …

Eine kleine Randbemerkung im Echobericht über die Lilienfeier, die vor lauter Uffstiech nicht untergehen sollte, wie ich finde:

[…] und in der Mitte, auch für die Kameras gut sichtbar, schwebt ein Geist: Der örtliche CDU-Bundestagsabgeordnete Charles M. Huber, von dem seine anwesenden Parteifreunde auf Anfrage übereinstimmend berichten, sie hätten ihn zuletzt vor zwei Jahren in Darmstadt erblickt. http://www.echo-online.de/sport/svdarmstadt98/Lilien-feiern-Triumph-mit-Tausenden-Fans;art1168,6250776

Und gerade vorhin hatten wir bei einem viel zu frühen Glas Bier auf der Bastion darüber diskutiert, was davon zu halten ist, dass Partsch nicht am Karolinenplatz gesprochen hat. Ich hab da noch ein wenig zynisch bemerkt, dass die OB-Wahl noch zu weit weg ist. Aber wenn ich jetzt das mit dem Huber lese, ist es doch irgendwie sympathisch, dass sich nicht bei jeder Gelegenheit beim Urnenpöbel angebiedert wird. ;-)

Wahrheit ist geschäftsschädigend

Ach, wenn man einmal mit dem Frankenstein anfängt, ergeben sich immer gleich jede Menge andere Dinge. Eines, was ich gerade erfahren habe, ist folgendes:

Die staatliche Schlösserverwaltung des Landes Hessen hat in Zusammenarbeit mit dem Geschichtsverein Eberstadt-Frankenstein 50.000 Exemplare eines Faltblatts drucken lassen (müsste das hier sein, gibt’s auch in Englisch). Es ist die typische kostenlose Auslegeware für interessierte Touristen, wie man sie auf fast allen Burgen und Schlössern findet. Finanziert wurde der Druck von Steuergeldern. Als Gaststättenbetreiber einer Burggaststätte sollte man für so ein Geschenk des Landes Hessens und engagierter Bürger eigentlich dankbar sein, sollte man meinen. Nicht so jedoch auf der Burg Frankenstein, denn der Gaststättenpächter Mathias Bührer, der da oben Hausrecht hat, weigert sich das Faltblatt zu verteilen. Der Grund? In dem Faltblatt steht eben auch, dass die häufig getroffene Behauptung einer Verbindung der Burg mit Mary Shelleys Roman Frankenstein oder der moderne Prometheus unhaltbar ist. Das stimmt zwar, ist aber eine geschäftsschädigende Feststellung.

Wer mal da oben im Restaurant zu Gast ist, kann Herrn Bührer ja mal auf das Faltblatt ansprechen. Ist doch schade, dass der Steuerzahler da etwas bezahlen muss, das dann niemand nutzen kann, weil es dem persönlichen Geschäftsmodell eines Gaststättenbetreibers widerspricht.


Disclaimer/Haftungsausschlussklausel: Dieser Blogeintrag ist nicht geschäftsschädigend! Leute an der Nase herumführen dagegen schon.

Altes Hoftheater

Auf der Baustelle in der Alexanderstraße will man Reste des alten Hoftheaters bzw. dem alten Opernhaus entdeckt haben: http://www.echo-online.de/region/darmstadt/Reste-des-Alten-Hoftheaters-auf-603qm-Baustelle-freigelegt;art1231,5958296.

Da nach der Entdeckung der viel spannenderen Fundamente des Hölzernen Hauses im Schlosshof kaum was passiert ist, hält sich meine Erregung darüber aber sehr in Grenzen, vorsichtig ausdrückt. Liegt aber vielleicht auch ein wenig daran, dass ich grade mein Bad sanieren lasse und staubige Mauer momentan wirklich nicht mehr sehen will. ;-)

Das Echo über Karl Wolff

Hin und wieder kann man auch Artikel im Darmstädter Echo empfehlen, diesmal über den aus Darmstadt stammenden und nach dem Krieg auch wieder in Darmstadt lebenden Nationalsozialisten Karl Wolff, sogar gleich 2 Artikel:

http://www.echo-online.de/region/darmstadt/historisch/geschichte/Helfende-Haende-in-der-Heimatstadt;art8747,5934794
http://www.echo-online.de/region/darmstadt/historisch/geschichte/Darmstadts-schwaerzester-Fleck;art8747,5931134
(wenn die Paywall blockiert, einfach mal einen anderen Browser verwenden, das reicht oft. Ansonsten halt mal anmelden und die kostenfreien Artikel, die man dann jeden Monat hat, nutzen).

Ein paar Sätze sind zwar ein bisschen viel Bohei (Himmler in Bezug zu einer Anekdote von Anfang 1936, also noch vor dem sogenannten Erlass über die Einsetzung eines Chefs der Deutschen Polizei im Reichsministerium des Innern, schon als “neben Adolf Hitler die mächtigste Figur im Dritten Reich” zu bezeichnen, ist viel Wind in einen Quatsch mit Soße geblasen), im Großen und Ganzen aber lesenswert.

Themen bei Führungen auf Burg Frankenstein

Öha, grade erst entdeckt: “Burgschreiber” Walter Scheele bietet seit einiger Zeit sonntags kostenfreie Führungen durch die Burg Frankenstein an (bislang nahm er 75,- Euro + Mehrwertsteuer). Wie ich eben auf der Homepage des Burgpächters gesehen habe, zaubert er dazu jede Woche ein neues Thema hervor. Das verdient Respekt, zumal er sich das meiste davon ja bloß ausdenkt. Auf der Homepage ist auch eine Liste der Themen, am 06.07.2014 war beispielsweise Thema: “Frankensteiner ab 948 – Ritter artikulieren Turnierregeln”, im 10. Jahrhundert gab es  weder die Frankensteiner (zumindest nicht die Frankensteiner von der Bergstraße) noch Ritterturniere.

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Hadis heißt jetzt Arcinsys

Eine kurze Information für alle, die selbst recherchieren wollen. Das einstmals Hadis genannte Archiv- und Dokumentationssystem der hessischen Staatsarchive hat jetzt den äußerst griffigen (*hüstel*) Namen Arcinsys bekommen und ist hier zu finden: https://arcinsys.hessen.de

Damit führen alle meine Verlinkungen auf Digitalisate der Archive ins Nirwana. Das neue System ist nur insoweit besser, weil Hadis eine einzige Katastrophe war, gut ist es immer noch nicht, Direktlinks auf Digitalisate sind unmöglich und wenn ich nicht zu doof dazu bin, ist die Auflösung der Digitalisate noch geringer als zuvor. Das empfinde ich persönlich als Unverschämtheit, weil so ist es praktisch unbrauchbar, bei den Buxbaumkarten bspw. kann man kaum noch was lesen, und abspeichern lassen sich die Digitalisate auch nicht mehr. Welchen Nutzen soll das dann haben? In Zukunft kann man wohl wieder für jeden Furz ins Archiv tappen, was ich schon lange nicht mehr mache.

Wenn die Archive endlich mal begreifen würden, wie das Internet funktioniert, würden sich vielleicht auch mehr Leute für Regionalgeschichte interessieren, aber man will da wohl lieber unter sich bleiben. Nicht, dass irgendwer mit neuen Ideen nervt…

Nachtrag zu Hindenburg & Co.

Endlich mal eine neue Information für mich heute im Echo:

Mittlerweile hat die Arbeitsgruppe Ehrengräber den Auftrag, das Leben und die politische Gesinnung von Namensgebern Darmstädter Straßen und deren Vereinbarkeit mit den Werten einer freiheitlich demokratischen Gesellschaft zu überprüfen. Dafür hat die Stadt 60 000 Euro bereitgestellt.

Dazu fallen mir zwei Dinge auf: 1. braucht es wirklich 60.000 Oironen, dass man mal die Straßennamen durchgeht und die Biographien der jeweiligen Namensgeber überprüft? Also, wenn die Stadt Geld sparen will, ich hätte das gerne kostengünstiger gemacht.

Und Zweitens: das Hauptargument der Gegner der Umbenennung sind doch die Kosten, die z.B. durch das Ändern des Briefkopfes vor allem für so große Betriebe wie die wbg angeblich entstehen. Dass diese Kosten 60.000,- Euro aber auch nur annährend erreichen, darf wohl eher bezweifelt werden. Das wirkt auf mich so, als würde man jetzt eine Menge Geld ausgeben, um den Namen nicht ändern zu müssen. Ich habe oft als Gegenargument gehört, dass es doch wohl wichtigeres gebe. Das ist richtig. Aber eigentlich muss man sich dann doch eher mal fragen, warum so viele so verbissen die Namensänderung verhindern. Hätte man das vor Jahren, als es zum ersten Mal debattiert wurde, gemacht, würde doch heute kein Hahn mehr danach krähen.

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