Dippel, Shelley und Burg Frankenstein auf Englisch

Ich habe festgestellt, dass mein Englisch ein wenig eingerostet ist, lesen und verstehen geht nach wie vor ohne Probleme, aber um selbst längere Texte zu schreiben, bin ich doch etwas aus der Übung. Ich habe deshalb etwas gemacht, was ich schon länger machen wollte, aber nie Lust dazu hatten, nämlich einige grundsätzliche Dinge über die angeblichen Zusammenhänge zwischen der Burg Frankenstein, dem dort geborenen Johann Konrad Dippel und Mary Shelleys berühmten Roman „Frankenstein oder der moderne Prometheus“, die ich bei meinen Recherchen vor einiger Zeit herausgefunden habe, ins Englische zu übertragen. Das sehe ich als notwendig an, weil während im deutschsprachigen Raum die letzten Jahre durchaus eine Relativierung der Thesen zu beobachten ist, ist es im englischsprachigen Raum eher noch schlimmer geworden. Dazu muss man nur mal schauen, welche Entwicklung die jeweiligen Artikel in der deutsch- und in der englischsprachigen Wikipedia genommen haben.

Hier einen einzelnen englischsprachigen Artikel reinzuknallen, kam mir aber irgendwie komisch vor, deshalb habe ich eine eigene Unterseite dazu erstellt: https://darmundestat.wordpress.com/sonstiges/mary-shelleys-frankenstein-castle-frankenstein-and-the-alchemist-johann-conrad-dippel/

Insel der glückselig Besorgten

Bei einer Infoveranstaltung zu der neuen Flüchtlingsunterkunft zwischen Sensfelderweg und Otto-Röhm-Straße sagte Oberbürgermeister Jochen Partsch, dass man Probleme nicht großreden solle: Link. Ein unspektakulärer Satz, der die Sache aber erstaunlich gut trifft, weil er die Mär der „besorgten Bürger“, man würde Probleme, die durch die Unterbringung von Flüchtlingen entstehen, ignorieren, dezent kritisiert. Nie hat jemand behauptet, dass es keine Probleme gibt. Wie könnte man auch? Aber die Probleme werden von den „besorgten Bürgern“ in einem Maße aufgebauscht, dass man sie schon als Projektionen sehen muss und nicht als tatsächliche Probleme.
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Mut zur Wahrheit

Zurzeit zu lesen auf der Homepage der AFD Darmstadt (Screenshot am Ende dieses Beitrags):

Die AfD hat in der Zwischenzeit 51 Prozent der Mitglieder aus den etablierten Parteien abgezogen, die dort keine politische Heimat mehr fanden.

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Überlegungen zur Wildhube

Das Dreieicher Weistum von 1338 erwähnt die im Wildbann Dreieich befindlichen Wildhuben. Von vielen dieser Wildhuben wird angenommen, dass sie die Keimzellen der Orte gewesen sind, die ihren Namen tragen, darunter auch Darmstadt, das nach einem Darmund benannt sein soll, der der erste Wildhübner des Ortes gewesen wäre. Die Wildhube soll am Standort des Schlosses gestanden haben. Damit wäre Darmstadt zur Versorgung der Wildhube entstanden. Gelegentlich ist auch zu lesen, dass die frühen Einwohner der südhessischen Orte Bedienstete der jeweiligen Wildhübner gewesen wären.

Ich halte diese Idee für nicht sehr überzeugend. Zu viele Dinge passen da nicht zusammen. Schon die uneinheitliche Benennung der Huben spricht eher dafür, dass diese Ortsnamen vor der Einrichtung der Huben existierten und die Huben nach den Orten benannt wurden, nicht umgekehrt. In Darmstadt wird die Wildhube als noch existierend erwähnt in einer Zeit, als am Standort des Schlosses bereits eine Wasserburg stand, also keine Wildhube.

Ich vermute den Standort der Wildhube eher in Kranichstein. 1399 wird dort das Einsiedel-Rod erwähnt, aus dem sich danach in knapp 200 Jahren das heutige Jagdschloss Kranichstein entwickelte. Im Gegensatz zum Darmstädter Schloss ist dadurch eine konstante Nutzung für den Jagdbetrieb, also der Hauptaufgabe der Wildhuben, zumindest bis ins 14. Jahrhundert zurück nachweisbar.

Zwei Dinge, die diese Auffassung stützen könnten, sind mir nun aufgefallen.

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„Neustrukturierung“ der Villa

Das Jugendzentrum Oettinger Villa soll geschlossen werden: http://www.echo-online.de/lokales/darmstadt/jugendtreffpunkt-oetinger-villa-in-darmstadt-soll-geschlossen-werden_17201115.htm

Nicht zum ersten Mal. „Villa Bleibt“, ein Slogan aus der Zeit des letzten Versuchs der Stadt, die Villa dicht zu machen, war noch bis vor kurzem im Umfeld der TU mehrfach zu lesen, vielleicht gibt’s immer noch Überreste davon, weiß ich jetzt nicht genau.

Doch die Strategie der Stadt ist diesmal durchdachter: indem man den Verein Vielbunt unterbringen will, hat man – anders als seinerzeit beim Poleninstitut – eine Nachfolgenutzung durch einen Verein, der dem politischen Klientel der Befürworter der Villa eher nahesteht. Deshalb ist auch von „Neustrukturierung“ statt „Schließung“ die Rede.

Doch da muss man aufmerksam sein: Vielbunt hat keinerlei traditionelle Verbindung zur Villa, wenn man denen in ein paar Jahren andere Räumlichkeiten anbietet, die etwa gleichwertig oder sogar etwas besser sind, dürfte es kaum Widerstand geben. Und dann könnte die Stadt die Villa endlich so nutzen, wie sie will. Ein Schelm, wer …

Geballte Kompetenz

Das Verwaltungsgericht Darmstadt hat den Ende Juni eingereichten Eilantrag der AfD-Fraktion gegen den Bau des Flüchtlingswohnheims Sensfelder Weg/Otto-Röhm-Straße zurückgewiesen: http://www.echo-online.de/lokales/darmstadt/fluechtlingsheim-afd-antrag-gescheitert_17199542.htm

Der Antrag auf Erlass einer einstweiligen Anordnung ist in weiten Teilen bereits unzulässig, jedenfalls aber unbegründet. Das Gericht stellt fest, dass eine Fraktion in einer Stadtverordnetenversammlung eine vermeintliche baurechtliche Unzulässigkeit eines Bauvorhabens überhaupt nicht geltend machen kann.

Erneut beweist die AfD Darmstadt zudem geballte Kompetenz, da sie in dem Eilantrag offenbar eine Verletzung ihres Fraktionsrechts gerügt hat. Da die Entscheidung dazu in einer Zeit stattfand, als die AfD noch gar nicht in der Stadtverordnetenversammlung saß, ist dieser Einwand natürlich offensichtlich und von vorne herein unbegründet. Aber Hauptsache mal wieder ein Gericht beschäftigt statt mal vorher zu informieren…

 

Leibgardistendenkmal

Das Echo über das Leibgardistendenkmal: http://www.echo-online.de/lokales/darmstadt/darmstadt-laesst-das-leibgardistendenkmal-restaurieren_17154893.htm

Richtig an dem Artikel ist, dass man zwischen den Regimentern des 1. und des 2. Weltkriegs deutlich unterscheiden muss. Die „Reinwaschung“ des 1. Weltkriegs als „rein militärische Katastrophe“ ist aber genauso fragwürdig wie die pauschale Verurteilung aller Teilnehmer des 2. Weltkriegs. Neben den großen Unterschieden der beiden Kriege gibt es nämlich auch eine Menge Parallelen. Vor allem, wenn man sich mal mit der Propaganda, die vor und während des 1. Weltkriegs stattfand, näher beschäftigt hat, kann man kaum leugnen, dass die Ansichten über andere Völker sich nicht sehr von jenen während des 2. Weltkriegs unterschieden. Hitlers Sozialisierung als Rassist und Antisemit wurde maßgeblich durch die Propaganda des 1. Weltkriegs begünstigt und die allgemeine Verrohung der Menschlichkeit war auch eine Folge des 1. Weltkriegs und der Rechtfertigungspropaganda. Die Verharmlosung des 1. Weltkriegs als „größtenteils militärische Katastrophe“ (wie der Historiker Simon Winder es bezeichnet) ist für jeden, der sich ernsthaft mit der menschlichen Seite bei diesem Konflikt auseinandergesetzt hat, schwer zu ertragen.

Und dass diese vor unangebrachtem Pathos triefende Löwenstatue als „künstlerisch wertvoll“ bezeichnet wird, ist auch nur schwer nachvollziehbar. Manchmal hat man den Eindruck, dass die Leute die Benennung der Schrecken des 2. Weltkriegs als selbstgefällige Pose vor sich hertragen, was die Schrecken des Krieges an sich aber betrifft, immer noch in den gefährlichen Denkmustern des 19. Jahrhunderts und frühen 20. Jahrhunderts feststecken.