Früheste Siedlungsstruktur in Eberstadt (und was persönliches zu Beginn)

Ich dachte, ich müsste mal wieder was in den Blog schreiben ;-), ich habe dabei allerdings zwei Probleme.

Das vergangene Jahr war etwas schwierig für mich, da ich mich beruflich neu orientieren musste – und streng genommen immer noch muss. Wegen meines eher krummen Lebenslaufs war ich gezwungen, mich anderweitig als bisher zu qualifizieren, was ich jetzt am 17.1. dann auch endlich abgeschlossen habe. Aktuell bin ich jetzt auf Stellensuche und warte auf Antworten auf Bewerbungen, so dass ich momentan endlich mal wieder etwas Zeit habe. Das kann sich aber – je nach dem, wie es weitergeht – auch schnell wieder ändern.
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Datierung des Achteckhauses

Heute hat das Echo über die Neugestaltung der Freiflächen am Achteckhaus (Jazzclub) berichtet. In der Bildunterschrift wird bemerkt, dass das Haus 1627 erbaut worden sei. Als ich kürzlich einen Beitrag über die Pankratius-Vorstadt verfasst habe, war ich etwas vorsichtiger und sprach vage von einem vermutlichen Bau der 1630er-Jahren, weil mir die Quellen dazu nicht ganz eindeutig erscheinen. Ich habe den Beitrag jetzt aber trotzdem geändert und ein „vielleicht 1627“ eingefügt.

Die Datierung auf das Jahr 1627 geht auf eine Tauschurkunde zwischen Landgraf Georg II. und seinem Kanzler Dr. Antonius Wolff von Todenwarth vom 11. Oktober 1627 zurück. Dort ist von einem neuaufgebauten Haus zu Darmstadt am Aschaffenburger Tor stadteinwärts links zwischen Stadtwaage und Jägerhaus, vorne mit zwei Toren zur Gasse, hinten am Hundsgarten die Rede. Mit dem Aschaffenburger Tor (ein sonst nicht üblicher Name) kann eigentlich nur das Jägertor gemeint gewesen sein, das sich an der Ecke Alexanderstraße/Mauerstraße befand. Wo sich damals die Stadtwaage befand, ist mir grad nicht ganz klar, aber stadteinwärts links, ist für mich eigentlich die andere Straßenseite, also nicht dort, wo das Achteckhaus steht. Zudem dürfte mit dem Hundsgarten das Gelände der beiden Hundeställe des Jagdhauses gemeint gewesen sein. Auch diese dürften auf der anderen Straßenseite, also heute Richtung Erich-Ollenhauer-Promenade/Merckstraße, gelegen haben.

Fest steht, dass Wolff von Todenwarth im Besitz des Hauses war. Dieser hatte aber noch mehr Grundbesitz in der Gegend. Unter anderem verkaufte der Landgraf ihm 1632 auch den Arheilger Garten vor dem Sporertor zu Darmstadt zwischen dem Weg gen. der guthe mann und der Alten Straße nach der Bannwiese. Der Weg „der guthe mann“ entspricht etwa der heutigen Lauteschlägerstraße. Mit der Bannwiese könnte die Bangertswiese gemeint sein, muss aber nicht. Dann wäre die „Alte Straße“ vermutlich in etwa die heutige Pankratiusstraße. Wenn aber nicht, dann könnte das Achteckhaus auch erst nach 1632 von Todenwarth selbst erbaut worden sein.

Die Pankratius-Vorstadt

Neulich war ich darauf aufmerksam gemacht worden, dass in meinem Überblick über die Stadtentwicklung bis 1900 die Ausführungen über die damals sogenannte Pankratius-Vorstadt (gelegentlich auch Bangertsviertel genannt), aus der sich das heutige Martinsviertel entwickelte, etwas unpräzise wären. Die Frage, die vor allem „Watzeverdler“ interessieren dürfte, ist, wann genau dieses Viertel denn nun entstanden ist.
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Jubiläum einer Namensfindung

Marcs Artikel zum diesjährigen Grenzgang hat heute meine freie Zeit zwischen Arbeit und Fußball in Anspruch genommen ;-). Nicht so sehr, weil das Echo (bestimmt ausschließlich aus Platzgründen) die zwei kritischen Sätze zu Landgraf Ludwig VIII. herausgestrichen hat (Wortlaut nachzulesen auf Marcs Blog), sondern weil ich mich gefragt habe, wie man auf die Idee kommt, der Stadtteil Kranichstein würde dieses Jahr „450 Jahre alt“ werden. So zumindest (unter anderem) unser geschätzter Oberbürgermeister, der das vor Ort auf Gläsern mit dem Kranichsteiner Pseudowappen nachlesen konnte.

Ich war da etwas verwirrt darüber. Wann genau Orte gegründet wurden, ist meistens nicht mehr genau festzustellen. Deshalb zieht man für Jubiläen meist die Ersterwähnung heran. Kranichstein wird jedoch, da noch unter der Bezeichnung Einsiedel-Rod, bereits 1399 erwähnt, also vor 615 Jahren. Seither hieß es Kranichsrod nach seinem „Besitzer“ Henne Kranich von Dirmstein (was für’n Name! Armer Kerl). Erstaunlich, dass man nicht dieses Datum herangezogen hat, sonst neigt man doch eher zur Übertreibung wie z.B. in Arheilgen, wo man vor 3 Jahren 1375 Jahre Ersterwähnung gefeiert hat, was auf eine ziemlich dumme Fehldatierung zurückzuführen ist.

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Das Echo mal wieder…

Ich sollte beim Echo mal zum Korrekturlesen anheuern…

Weil es für solche Sachen bei Echo-Online irgendwie nie eine Kommentarfunktion gibt, erwähne ich es mal hier (dann ist auch mal wieder ein Beitrag im Blog 😉 ). Aus dem Artikel „Von der fränkischen Siedlung zur Heinerstadt“ über einen Vortrag des Professors für Denkmalpflege und Baugeschichte Frank Oppermann (http://www.echo-online.de/region/darmstadt/Von-der-fraenkischen-Siedlung-zur-Heinerstadt;art1231,4743216)

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Die Eingemeindung Bessungens

Bessungen und Darmstadt hatten schon lange bevor eine Vereinigung der beiden Orte diskutiert wurde eine sehr enge Verbindung, mehr als zu allen anderen Nachbarorten. Im Hochmittelalter waren beide Orte Teil einer kleinen Grafschaft, deren Hauptort Bessungen war. Noch bis 1369, also 39 Jahre nach der Verleihung der Stadtrechte, mussten die Darmstädter zum sonntäglichen Gottesdienst nach Bessungen gehen. Erst danach wurde die kleine Darmstädter Kapelle zur eigenen Pfarrkirche erhoben.

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