Fahrendes Volk

In Darmstadt tauchen Roma, Sinti, Jenische und ähnliche, abwertend als „Zigeuner“ bezeichnete Gruppen lange Zeit nur sporadisch in den Dokumenten auf, meistens als Verurteilte oder in diskriminierenden Verordnungen, die die Menschen nur als Stereotype darstellen. Landgraf Wilhelm II. verbietet 1502 den „zegevnern“ den Aufenthalt in Hessen. 1524 weist Landgraf Philipp seine Amtsleute an „Zegeuner odder Heyden“ nicht in ihrem Bezirk zuzulassen und auszuweisen. Dass er in den Folgejahren, vor allem 1539 und 1543, seine Anweisung noch einmal ausdrücklich wiederholen und präzisieren muss, ist jedoch auch ein Hinweis darauf, dass viele seiner Untertanen durchziehende Roma offenbar toleriert haben. Philipp dagegen beschuldigt die Roma „böser unchristlicher händel“ und „Falschem warsagen“ und dokumentiert damit nur seine Vorurteile, behauptet er doch, diesen Betrug würden sie „irer art nach“ begehen.

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