Johann Conrad Dippel

Letztes Jahr hatte ich mich zu Halloween ja mal mit den Zusammenhängen von Halloween und der Burg Frankenstein beschäftigt (ein Artikel, der diese Tage viele Zugriffe hat). Da sich die Veranstalter des Festival dieses Jahr nicht entblödet haben und mal wieder Werbung machen mit der Lüge, Jacob Grimm hätte 1813 einen Brief geschrieben, in dem es um „schaurige Versuche des Johann Konrad Dippel“ mit Leichenteilen auf dem Frankenstein ginge, ein nicht existenter Brief, der dennoch auf magische Weise die Vorlage für Shelleys Roman Frankenstein gewesen sein soll, möchte ich dem mal die wirkliche Geschichte des Johann Conrad Dippel entgegen setzen. Ich hatte das im alten Blog schon einmal getan. Da es den aber nicht mehr gibt, hier noch mal, natürlich gründlich überarbeitet und verbessert. 

Der auf der Burg Frankenstein geborene und in Nieder-Ramstadt und Darmstadt zur Schule gegangene Johann Conrad Dippel war im späten 17. und frühen 18. Jahrhundert eine bekannte Persönlichkeit in den deutschsprachigen Ländern sowie einiger angrenzender Staaten wie Holland, Dänemark und Schweden. Auch im 19. Jahrhundert wurde sein Werk und Wirken noch kontrovers diskutiert. Erst danach geriet er vorübergehend in Vergessenheit, bis er aufgrund seines Geburtsortes ab den 1960ern für allerlei erfundene Geschichten, die einen nicht vorhandenen Bezug zu Mary Shelley belegen sollen, reaktiviert wurde.

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