Was eine Zahl alles verraten kann…

Die Verwaltung des mittelalterlichen Darmstadts war genau betrachtet ein Kuriosum, zumindest was ein auf den ersten Blick wenig bedeutsames Detail betrifft: es wurde von einem Schöffengericht mit 14 Mitgliedern verwaltet. In anderen Städten und Dörfern bestand ein solches Gremium üblicherweise entweder aus 12 oder 7 Personen.

Diese Zahlen hatten eine lange Tradition. Der Ursprung liegt möglicherweise in der Einteilung des Jahres in 12 Monate und der Woche in 7 Tage, konkret war es aber ein Bezug auf die 12 Apostel Christi, die wiederum eine Anspielung auf die 12 Stämme Israels gewesen sein dürften, sowie die 7 als Summe aus der Dreieinigkeit als Symbol des Göttlichen und den vier Elementen als Symbol der Erde. Deshalb gab es ursprünglich auch drei geistliche und vier weltliche Kurfürsten.

In Arheilgen und Eberstadt gab es 12 Schöffen, in Bessungen und Wixhausen 7. Daraus lässt sich vermuten, dass die Frage, für welche der beiden Varianten man sich entschied, eher willkürlich war. Von der Größe und Bedeutung des Dorfes kann es nicht abhängig gewesen sein, denn dann hätte Bessungen, das vor dem Aufstieg Darmstadts der zentrale Ort der Gegend gewesen ist, nicht die kleinere Zahl gewählt.

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