Zwei Knackpunkte

Wie ja eigentlich schon klar war, haben die Grünen beschlossen, in Sondierungen mit Uffbasse und der FDP zu gehen. Die CDU wird sich dem sicher anschließen. Beide Möglichkeiten haben ein Problem. Bei Uffbasse ist es der fehlende Fraktionszwang. Dazu sagte Hildegard Förster-Heldmann dem Echo, dass sie „nicht ganz genau“ wisse, wie ein solches Bündnis aussehen könnte. Da werden die Lösungsansätze sicher interessant, denn eine Koalition hat ja den Sinn, zumindest bestimmte Abstimmungen abzusichern, indem dann da eben keiner aus der Reihe tanzt. Wenn man die Leute eh von Abstimmung zu Abstimmung argumentativ davon überzeugen muss, von sich aus dafür zu stimmen, kann man gleich mit wechselnden Mehrheiten arbeiten.

Bei der FDP ist das Problem, dass Förster-Heldmann es sich laut Echo „nicht vorstellen“ kann, dass FDP (oder Uffbasse) einen Dezernentenposten im Magistrat bekommen. Klar, da will keiner seinen Posten hergeben. Aber, tschuldigung Leute, Grün-Schwarz hat alleine keine Mehrheit mehr, natürlich muss da für den dritten Partner was rausspringen. Die Alternative wäre der FDP sozusagen als Entschädigung überrepräsentativ viel inhaltliche Zugeständnisse zu machen. Da würde man dann aber die hauptberufliche Versorgung der eigenen Parteifreunde dem Wählerwillen vorziehen. An so Vorgehensweisen ist die SPD in Darmstadt gescheitert. Auf der anderen Seite dürfte die CDU eher zur FDP neigen. Bei Uffbasse dürfte man aber deutlich weniger Wert auf einen Dezernentenposten legen als bei der FDP – wenn überhaupt. Das könnte dann die CDU natürlich auch eher zu Uffbasse neigen lassen, weil dann jeder seinen Posten behält. Dafür aber dann das Risiko eingehen, dass eine wichtige Abstimmung mangels Fraktionszwang bei Uffbasse scheitert?

Das wird spannend, was sich am Ende durchsetzt. Gibt es mit Uffbasse ein zumindest leicht neues Politikkonzept mit der Gefahr, dass das scheitern könnte? Gibt vielleicht Uffbasse am Ende doch nach und führt einen Fraktionszwang zumindest bei einer Handvoll vorher festgelegter Abstimmung ein (vor allem der Haushalt dürfte hier entscheidend sein)? Bekommt die FDP deutlich mehr Einfluss als ihr nach dem Wahlergebnis zusteht, damit bei Grünen und CDU jeder seinen Posten behalten darf? Oder muss am Ende doch jemand seinen Posten räumen, und wenn ja wer, bei Grünen oder der CDU?

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Vorläufiges Endergebnis (und kleine, oberflächige Blitzanalyse)

Es hat sich ausgezählt:

Grüne: 29,7% (-3,2%)
CDU: 18,2%  (-6,6%)
SPD: 17,2%  (-4,1%)
AfD: 9,2%
Uffbasse: 7,7% (+1.2%)
Die Linke: 6,8% (+2,9%)
FDP: 5,3%  (+2,1%)
Uwiga: 3,7% (+0,2%)
Piraten: 1,8% (-1,1%)
Die PARTEI: 0,3%
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Trendergebnis

Grüne:           31,0%
CDU:             18,1%
SPD:             15,1%
AfD:               12,2%
Uffbasse:         7,0%
Die Linke:        6,5%
FDP:                5,0%
Uwiga:             3,4%
Piraten:            1,6%
Die Partei:        0,1%

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Ein bisschen Kommunalwahlstatistik: Frauen und junge Leute

Ich hab mal ein bisschen gerechnet. Es gab vor ein paar Tagen die Meldung, dass der Anteil an weiblichen Kandidaten bei der Kommunalwahl in Hessen etwas gestiegen ist. Das hab ich zum Anlass genommen, bei den Darmstädter Wahlvorschlägen mal genauer hinzuschauen, welche Liste welchen Anteil an weiblichen Kandidaten hat.
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