Weitere Anmerkungen zum (Online-)Stadtlexikon

So, eine kleine Ergänzung zum gestrigen Beitrag. Ich habe noch ein bisschen in der Onlineversion des Stadtlexikons gestöbert und habe noch zu ein paar anderen Artikeln ein paar Anmerkungen.

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Ortsnamen

Über den Ortsnamen Darmstadt habe ich bereits in meinem Beitrag zur Entstehung des Ortes ausführlich berichtet (siehe hier: Teil 1, Teil 2, Teil 3 und Teil 4), so dass ich mir das hier spare. Statt dessen möchte ich mich einmal mit ein paar Ortsnamen in unmittelbarer Umgebung beschäftigen.

Arheilgen

Arheilgen sollte eigentlich am einfachsten zu erklären sein. In der frühesten bekannten Schreibweise, Araheiligon, ist das Wort heilig sogar noch völlig unverschliffen vorhanden. Dennoch nahm man in dem denkfaulen Wahn, alle nicht sofort völlig verständliche Ortsnamen auf Personennamen fiktiver Ortsgründer zurückführen zu müssen, an, Arheilgen wäre von einem ominösen Araheil gegründet worden. Die Behauptung scheint auf den Altgermanisten Alfred Götze zurückzugehen, der von 1925 bis 1946 an der Universität Gießen lehrte. Götze war Anhänger des Nationalsozialismus.

Für Götze konnte der Name Arheilgen daher natürlich nichts mit heilig zu tun haben, das war ihm zu ungermanisch. Folglich erfand er den germanischen Ortsgründer Araheil. Was der Altgermanist, der laut Homepage der Universität Gießen zu den „führenden deutschen Lexikographen und Namensforschern“ gehört, dabei geflissentlich übersah, ist, dass es den Namen Araheil überhaupt nicht gegeben hat. Die Namensdeutung war also allein von seiner völkisch-nationalen Ideologie motiviert. Mehr von diesem Beitrag lesen

Die Verurteilung Margarethe Heils aus Arheilgen am 15.08.1586

Mit den Hexenverfolgungen 1582 habe ich mich ja schon ausführlich beschäftigt. Aber auch 1586 und 1590 gab es mehrere Opfer. Über die beiden Opfer 1590 lässt sich nicht viel sagen, da schlicht die Quellen dazu fehlen. Außer, dass es diese Opfer gab, wissen wir eigentlich nichts darüber. Auch viele der 17 nachweisbaren Opfer 1586 sind lediglich namentlich bekannt. Nur über den Fall der Witwe Margarethe Heil aus Arheilgen wissen wir etwas mehr, da der Wortlaut des Gerichtsprotokolls erhalten ist.

Tatsächlich war dies lange Zeit der einzige etwas näher untersuchte Darmstädter Fall. Der von mir ausführlicher behandelte Fall von Wolf Weber und Anne Dreieicher wurde erst in den 1960ern überhaupt bekannt, da sich die entsprechenden Quellen vorher nie jemand angeschaut hatte. Ich persönlich finde die 1582er-Fälle deutlich interessanter, da sie mehr über die tatsächlichen Lebenssituationen der Opfer verraten. Der Fall der Margarethe Heil offenbart dagegen eher etwas über die juristischen Zustände und die Vorstellungswelt der Täter.
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