Falsch getippt ;-)

Natürlich habe ich falsch getippt ;-). Bei der CDU 1% daneben, bei der SPD 1,8%, bei den Grünen 2,2%, der FDP 0,5%, den Linken 1,7%, der AfD 2,1%, den Piraten 1,6%, lediglich die Freien Wähler habe ich korrekt vorhergesagt. Ein Glück, dass ich keine Wette eingegangen bin ;-).

Immerhin: in beiden Darmstädter Wahlkreisen ist die AfD unter 10% geblieben (sowohl bei Erst- wie bei Zweitstimme). Mal sehen, wie sich das entwickelt, wenn jetzt im Landtag einige der Forderungen aus ihrem Wahlprogramm, wo ja schon der erste Satz nicht der Wahrheit entspricht, mehr Gehör finden. Ich will ehrlich gesagt noch nicht daran glauben, dass 10% der Darmstädter und 13% der Hessen so dumm sind, dass sie nicht merken, was das für ein Blödsinn ist, und hoffe daher, dass ein Teil dieser Leute das entweder noch nicht mitbekommen hat (wer liest schon Wahlprogramme?) oder noch nicht richtig drüber nachgedacht hat. Es bleibt zu hoffen, dass vielen AfD-Wählern irgendwann klar werden wird, dass die AfD in vielen Punkten eine Politik gegen die Interessen der eigenen Wähler macht, denn die meisten Stimmen holt die AfD bei Arbeitern und Arbeitslosen, das radikal neoliberale Wirtschaftsprogramm der AfD würde gerade diese Bevölkerungsgruppe besonders hart treffen.

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Die AfD darf das Grundgesetz nicht ändern

Die Facebook-Seite der AfD Darmstadt, ohnehin ein schönes Beispiel für eine immer leicht hysterische Filterblase, verlinkt die Rede eines AfD-Abgeordneten:

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Die Migration darf also das Grundgesetz nicht ändern. Was lustig ist, weil die AfD Hessen in ihrem Wahlprogramm das stehen hat:

„Die AfD steht für eine Beendigung des Missbrauchs des Asylgrundrechts durch eine Grundgesetzänderung …“

Erklärt ihnen bloß nicht die Pointe. 😀

Ui, hoffentlich ist die Wahl bald rum, jetzt habe ich so viele Beiträge zur AfD gebracht, dass man das fast schon „Dossier“ nennen könnte ;-):

Mut zur Halbwahrheit – das Wahlprogramm der AfD zur Landtagswahl in Hessen
Fazit zum AfD-Wahlprogramm
Imaginierte AfD-Dystopie
Die erfolglose Suche der AfD nach Werten

Das Neue frisch wagen … es sei denn, ich habe Nachteile davon

Das Institut Mathildenhöhe widmet dem letzten Großherzog Ernst Ludwig eine Ausstellung, bei der „das kreative Schaffen des vielfach begabten Großherzogs im Fokus“ steht. Titel ist: „Das Neue frisch zu wagen!“, Teil eines Mottos, das Ernst Ludwig ursprünglich zuerst gegenüber Olbrich geäußert haben soll. Anlass ist der 150. Geburtstag des Großherzogs am 25. November diesen Jahres.

Bereits einige Tage vorher wäre aber noch ein anderes Jubiläum in Bezug auf Ernst Ludwig erwähnenswert: Am 9. November jährt sich zum 100. Mal die Absetzung des Großherzogs.

Wäre der Beginn von Demokratie und Republik nicht viel eher Anlass für eine Ausstellung als Gedichte, Theaterstücke und Gemälde, deren künstlerischer Wert überschaubar ist und die nur von Interesse sind, weil sie von einem Monarchen stammen, nicht aber aus sich selbst heraus?

Sollten wir gerade angesichts der aktuellen politischen Entwicklungen nicht lieber die Republik thematisieren als die Monarchie?

Übrigens, als es zu Republik und Demokratie kam, war es mit dem Motto des Großherzogs nicht mehr weit her. Er dachte gar nicht daran, „das Neue frisch zu wagen“. Er weigerte sich abzudanken.

Total unseriöse Wahlprognose … oder -tipp? … -gerate? … -prophezeiung?

Was sollte man vor Wahlen nie machen, wenn man sich nicht blamieren will? Richtig, allzu genaue Prognosen. Selbst seriöse Umfrageinstitute mit jeder Menge Datenmaterial im Rücken liegen oft grandios daneben. Wobei ich mich frage, wie seriös bspw. Civey wirklich ist, die Projektionen mit einer Nachkommastelle angeben und Interpretationen zu Veränderungen im 1-Prozent-Bereich zum Besten geben. Interpretationen zu veränderter Stimmung bei Schwankungen unterhalb der Fehlertoleranz? Das ist keine Veränderung, sondern statistisches Rauschen.

Und wie seriös ist überhaupt die Angabe zur Fehlertoleranz, wenn es durchaus vorkommt, dass zwei Institute weiter als ihre Fehlertoleranzen auseinander liegen?
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Die erfolglose Suche der AfD nach Werten

Die AfD hatte gestern eine kleine Veranstaltung im Ernst-Ludwig-Saal, einen Bericht hierzu gibt es im Darmstädter Echo: https://www.echo-online.de/lokales/darmstadt/afd-politiker-wettern-gegen-einheitswahn_19133562

Uwe Junge, Vorsitzender der AfD-Landtagsfraktion Rheinland-Pfalz, sagte laut Echo während der Veranstaltung u.a.:

„Es gibt keine Grenzen mehr, keine Ankerpunkte, keine Werte, an denen wir uns orientieren können – alles ist offen“
(Hervorhebung von mir)

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Imaginierte AfD-Dystopie

Nach meiner ausführlichen Beschäftigung mit dem Wahlprogramm der AfD Hessen (hier und hier) noch ein allerdings deutlich kürzerer Beitrag speziell auf Darmstadt bezogen.
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Fazit zum AfD-Wahlprogramm

Zum vorherigen Beitrag fehlt noch ein Fazit. Da die AfD gerne mal mit rechtlichen Schritten droht, weise ich vorab ausdrücklich darauf hin, dass dies nur meine persönliche Meinung ist, keine Tatsachenbehauptung.

Was mir mehr alles andere auffiel, ist die Widersprüchlichkeit und die hohe Selbstreferentialität. Vor allem die Widersprüchlichkeit bleibt hängen. Man muss sich fragen, wie es die Wirtschaftsliberalen schaffen, sich mit christlichen Fundamentalisten unter einem Hut zusammenzufinden, ohne sich dabei gegenseitig Kopfschmerzen zu machen.

Innerhalb von nur drei Sätzen schafft man es, islamischen Religionsunterricht mit Hinweis auf den säkularen Charakter unseres Landes abzulehnen, die im Grundgesetz festgeschriebene Wahlfreiheit der Erziehungsberechtigten im Bezug auf den Religionsunterricht zu betonen und einen „verpflichtenden christlichen Religionsunterricht“ zu fordern. Beim Versuch, die verschiedenen Positionen innerhalb der Partei zusammenzubringen, ist die Logik offensichtlich auf der Strecke geblieben.
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