Straßennamen und Identitäten

Der Vorschlag eines Anwohners einer jener Straßen, die jetzt umbenannt werden soll, ist: „Fickt-Euch-Allee„. Eine grundsätzlich andere politische Meinung, als beispielsweise ich sie habe, hat diese Person nicht. Auch andere Personen aus demselben politischen Spektrum wie ich sind zumindest eingeschränkt skeptisch der Entscheidung gegenüber.
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2 kleine Bemerkungen

Wenn man zynisch ist, könnte man auch behaupten, dass die Hindenburgstraße im Gegensatz zu 2006 jetzt umbenannt wird, weil sich zwischenzeitlich die Meinung bei der wbg geändert hat. Nach 13 Jahren hat man dann auch dort gemerkt, dass so eine Umbenennung nicht von einem Tag zum anderen stattfindet und man daher Zeit hat, seinen Briefkopf zu ändern und Kataloge mit neuer Adresse zu drucken. ;o)

Und – was man so hört – waren es 3 CDU-Stadtverordnete, die nicht für die Umbenennung waren. Sicher wäre es schöner, wenn diese offener ihre abweichende Meinung äußern könnten, dass die Abstimmung das tatsächliche Meinungsbild in der StaVo auf den Kopf stellen würde, stimmt aber auch nicht. Eine große Mehrheit war dafür.

Stadtarchivar zu den Straßenumbenennungen

Stadtarchivar Peter Engels hat diese Woche dem Echo ein Interview bzgl. der Straßenumbenennung gegeben:

https://www.echo-online.de/lokales/darmstadt/die-burgerschaft-muss-es-wollen_20284108 (Achtung, Bezahlschranke! Hier aber zumindest mit journalistischen Mehrwert.)
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Geschichten, Anekdoten und Blödsinn

Dieser Beitrag ist eine entschärfte und versachlichte Version eines ursprünglich viel kürzeren Isch-wollt-misch-ma-e-bissi-uffräsche-Rant. Wenn man sich dann mal aufgeregt hat, ist es aber auch raus und man merkt schnell: naja, ganz so ist es dann doch nicht. Also habe ich es überarbeitet, versachlicht (nicht völlig), verlängert und gemerkt, dass die eigentliche Argumentation durch interne Verlinkungen ganz gut angesprochen wird, was ich so in diesem Blog selten mache.

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Zum Klugscheißen ungeeignet

Woran merke ich, dass Heinerfest ist? Die Zugriffszahlen auf mein Blog schnellen ungesund in die Höhe, weil gefühlt halb Deutschland auf einmal wissen möchte, wieso die Darmstädter Heiner genannt werden. Und das obwohl der entsprechende Artikel hierzu sowieso schon der mit weitem Abstand am häufigsten aufgerufene dieses kleinen, schwach frequentierten Blogs mit unklarer Lesermotivation ist (oder Autorenmotivation? Egal).
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Die Ironie des Darmund

Es hatte seinerzeit hauptsächlich zwei Gründe, weshalb ich begann, mich mit der Stadtgeschichte Darmstadts zu beschäftigen. Der eine war ein sehr persönliches Interesse an der Geschichte der Hexenverfolgungen und meine Verwunderung darüber, warum ein an sich sehr populäres Thema in Darmstadt nie eine Rolle gespielt hat, obwohl es zumindest einen gut dokumentierten und im Detail sehr interessanten Fall gibt.

Ich hatte damals schriftstellerische Ambitionen und recherchierte den Fall als Grundlage für einen Roman, den ich schreiben wollte, den ich aber nach einigen Monaten wieder aufgab. Auch dafür gab es viele Gründe, einen, den ich mit der Öffentlichkeit teilen kann, ist, dass ich feststellen musste, dass ich zwar ganz gerne einmal historische Romane lese, diese stilistisch aber zu limitiert finde und mich nicht befähigt sah, erfolgreich neue Stilmittel in das Genre einzuführen. Weniger hochtrabend ausgedrückt: Auf Dauer langweilen mich historische Romane.

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Gefährliche Vergleiche und gesellschaftliche Relevanz einer einstigen Provinzposse

Nach dem Magistrat hat jetzt auch die Stadtverordnetenversammlung der Umbenennung von acht Darmstädter Straßen zugestimmt, deren Namensgeber eine politische Einstellung hatten, die sich mit den Werten einer freiheitlich demokratischen Gesellschaft nicht vereinbaren lässt.

Vorher gab es eine leidenschaftliche Debatte. Scheinbar (ich selbst war nicht vor Ort) allerdings nur über die Hindenburgstraße. Bei den anderen Straßen scheint es kaum Argumentationen dafür oder dagegen gegeben zu haben. Weder bei denen, die hinter den Umbenennungen eine Art Bildersturm vermuten, noch bei jenen, die es für inakzeptabel halten, dass wir Straßen nach Demokratiefeinden benannt haben. Die Rechtfertigung seitens Oberbürgermeister Jochen Partsch, weshalb der Hoetgerweg nicht umbenannt werden soll („eine zu starke Diskreditierung“ vor „seiner übrigen Lebensleistung“), die man so ja auch bei den anderen „Kandidaten“ hätte anwenden können, stieß offenbar auf keinen nennenswerten Widerspruch.

Das zeigt schon, dass es bei der Debatte weniger um die Umbenennungen an sich geht, sondern sehr explizit um die Hindenburgstraße. Der Rest ist eher Kollateralschaden. Das bedeutet aber auch, dass man gegen seit Jahrzehnten festgezurrte Meinungen ankämpft, bei denen Argumentationen eher stilistischen Zweck haben und nicht den Wunsch, zu einem gemeinsamen Konsens zu gelangen.

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