Der 18. Mai in Darmstadt

18. Mai 1945
Der Mundartdichter Robert Schneider nimmt sich das Leben. Unter dem Pseudonym Bienchen Bimmbernell verfasst er wöchentliche Glossen im Darmstädter Tagblatt. Außerdem veröffentlicht er mit „Wie Datterich in de Himmel kumme is“ eine Art Fortsetzung zu Niebergalls Lokalposse.

Umstritten ist sein Verhältnis zum Nationalsozialismus. Nach Hitlers Ernennung zum Reichskanzler verfasst er ein schwärmerisches Gedicht auf Hindenburg und Hitler, das frei von jeder Ironie ist. Kurz nach Ausbruch des Krieges veröffentlicht er ein weiteres Gedicht unter dem Titel „Deitscher Friehling“, das dem nationalistischen Narrativ entsprungen zu sein scheint und das man als positiven Kommentar auf die politischen und militärischen Erfolge des Deutschen Reichs deuten kann. 10 Tage nach der Kapitulation Deutschlands nimmt er sich das Leben.

Fürsprecher Schneiders verweisen darauf, dass er den Nationalsozialisten selbst als unzuverlässig galt und sein Selbstmord im Eindruck der Zerstörung seiner Heimatstadt gut 8 Monate zuvor erfolgt sei.

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