Der 17. Mai in Darmstadt

17. Mai 1634
Ein landgräfliches Dekret stellt heimlich eingerichtete Gemächer unter Strafe. Im Angesicht mehrerer Pestwellen versucht man Ansteckungen durch Durchreisende zu vermeiden. Statt dessen sollen gemauerte Gruben unter der Erde angelegt werden, mit denen man auch hofft, der Infizierung der Luft vorzubeugen. Der Nutzen des Dekrets bleibt aus, das Jahr 1635 wird das dramatischste in der Geschichte Darmstadts, durch Krieg, Hunger und Pest werden schon im ersten Halbjahr innerhalb der Stadtmauern mehr Menschen sterben, als die Stadt unter Normalbedingungen Einwohner hat.

17. Mai 1920
Sechs französische Bataillonen, die Darmstadt etwa 6 Wochen zuvor infolge des Ruhraufstandes besetzt hatten, verlassen die Stadt wieder. Die kurzfristig eingeführten nächtlichen Ausgehverbote, der Passierscheinzwang und die Pressezensur werden wieder aufgehoben. Die Politik würdigt daraufhin die „Ruhe und Besonnenheit“ der Bevölkerung, was die Presse in „stolze Ruhe und Würde“ verstärkt. Gleichzeitig lässt eine herablassende Bemerkung auf die angebliche Geltungssucht der Franzosen vermuten, dass der in diesem Zusammenhang erwähnte Beifall, den neugierige Zuschauer der französischen Militärmusik beim täglichen Wachwechsel auf dem Luisenplatz spendeten, deutlich größer war als behauptet.

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