Der 15. Mai in Darmstadt

15. Mai 1711
Um Platz für neue Gartenanlagen zu schaffen, wird eine Eiche gefällt, die Landgraf Georg I. 1577 in Gedenken an die Geburt seines zweiten Sohnes, dem späteren Landgrafen Ludwig V., gepflanzt hatte. Mehr als 100 Jahre diente der mit Bänken umgebene Baum als Verweilort Darmstädter Bürger.

15. Mai 1808
Eröffnung des Krebs’schen Theaters in der Scheuer der „Alten Post“, aus dem einige Jahre später und an anderer Stelle das Großherzogliche Hoftheater werden wird.

15. Mai 1901
Auf der Mathildenhöhe wird „Ein Dokument deutscher Kunst“ eröffnet, die erste Ausstellung der Darmstädter Künstlerkolonie. Das in der öffentlichen Wahrnehmung bislang als langweilige Provinzstadt angesehene Darmstadt, das seinem Hauptstadtstatus in keiner Weise gerecht wird, wird nahezu über Nacht ein Zentrum des Jugendstils. Zumindest bis zum Beginn des 1. Weltkriegs wird Darmstadt als moderne Stadt der Künste wahrgenommen.

In künstlerischer Hinsicht ist die Ausstellung trotz manch negativer Kritik ein voller Erfolg, die Stadtverwaltung stellt einen nie zuvor festgestellten Tourismus fest (damals noch als „Fremdenverkehr“ bezeichnet). Finanziell jedoch ist es ein Verlustgeschäft.

15. Mai 1914
Beginn einer mehrtägigen Flugveranstaltung auf dem Exerzierplatz. Es ist der Auftakt einer ganzen Veranstaltungsreihe des „Darmstädter Kunstjahrs“, das mit dem bald beginnenden 1. Weltkrieg ein jähes Ende nimmt.

15. Mai 1933
Staatspräsident und kommissarischer Oberbürgermeister Robert Barth erklärt bei seinem einzigen Auftritt im Stadtrat, dass er „nach den Grundsätzen der NSDAP“ nicht mehr Parlament sei, sondern Rat „im Sinne einer gesetzlichen Bezeichnung“. Nie in der Geschichte Darmstadts, nicht einmal zu Zeiten als es noch keine Stadtrechte hatte, nicht einmal im tiefsten Absolutismus, war der Rat in diesem Ausmaß entmachtet worden. Mehr als den Machthabern applaudieren darf man nicht mehr.

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