Bezahlschrankenjournalismus

Jetzt habe ich mich zum ersten Mal dazu hinreißen lassen, die Bezahlschranke bei Echo-Online zu akzeptieren und für einen sogenannten „Echo plus“-Artikel zu bezahlen, weil es darin um die Straßenumbenennungen geht: https://www.echo-online.de/lokales/darmstadt/acht-strassennamen-in-darmstadt-werden-umbenannt_20176914.

Und was findet sich dahinter an journalistischem Mehrwert? Lediglich direkte und indirekte Zitate aus dem auf der Homepage der Stadt frei zugänglichen Bericht des Fachbeirats.

Die ursprüngliche Meldung war kostenfrei und da hatte zumindest jemand bei Jochen Partsch und Peter Engels ein kurzes Statement eingeholt. Hier hat man nun aber absolut keinen journalistischen Mehrwert, die Zitate werden lediglich mit gelegentlichen Formulierungen wie „stellt Historiker Köhn fest“ verziert. Ich habe für ein Copy & Paste-Produkt aus frei zugänglichen Informationen bezahlt.

Der Bezahlschrankenjournalismus wird die Zeitungen so sicher nicht retten, weil ich werde mir in Zukunft dreimal überlegen, ob ich so was noch mal mache ohne vorher zu wissen, ob in dem Artikel irgendeine Form von journalistischer Arbeit steckt. Aus freien Informationen kostenpflichtige zu machen, ist eine seltsame Idee von Journalismus.

Ich persönlich zahle übrigens jeden Monat freiwillig einen Betrag an die taz, damit die ihr Onlineangebot nicht hinter Bezahlschranken verbarrikadieren müssen und Leute, die tatsächlich jeden Euro zweimal umdrehen müssen, sich informieren können. Ein Konzept, das recht gut zu funktionieren scheint.

 

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