Mysterien im Schloss

Eben auf „Kabel 1 Doku“ in der Sendung „Mysterien im Schloss“: endlich mal wieder eine Runde „Johann Conrad Dippel ist Frankenstein“ mit dramatischen Aufnahmen von unserer Burg Frankenstein. Wer es sehen will, wird in der Mediathek von K1 Doku fündig: http://www.kabeleinsdoku.de/tv/mysterien-im-schloss/video/11-der-gefangene-mit-der-eisernen-maske-ganze-folge

Keine Ahnung, wie lange K1 Doku ganze Folgen in ihrer Mediathek lassen, also im Zweifelsfall beeilen, bevor es gelöscht wird. Der Teil mit Dippel beginnt bei ca. 7:30 Minuten und endet bei ca. 13:25. In der Sendung kommt als Expertin Miranda Seymour zu Wort. Über deren Seriosität hatte ich mich bereits hier mal ausgelassen: https://darmundestat.wordpress.com/?s=bl%C3%B6de+details

Ich wollte ursprünglich die Fehler der Sendung auseinander nehmen, aber das ist eigentlich zu mühselig, weil es einfach nur 6 Minuten lang haarsträubender Quatsch ist. Aber falls es mal jemand googlet, jetzt oder wenn die Sendung wiederholt wird: praktisch keine der Aussagen in der Sendung entspricht den Tatsachen. Abgesehen von ein paar kleinen unbedeutenden Details, wie dass die Burg im 13. Jahrhundert gebaut wurde, stimmt nichts von dem, was gesagt wurde. Der überwiegende Teil ist frei erfunden, der Rest grob aus dem Zusammenhang gerissen.

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4 Responses to Mysterien im Schloss

  1. spbrunner says:

    Ich hab jetzt 10 Minuten meines Lebens mit dem Beitrag (und noch mal soviel mit der unglaublichen Menge eingeblendeter Werbung) verbracht.
    Manchmal ist es verführerisch zu wünschen, eine kompetente Behörde oder, noch besser, ich, könnten die Veröffentlichung von Unsinn mit irgendwas furchtbarem bestrafen.

    • Lustig finde ich auch, dass sie nicht mal so was simples wie Jahreszahlen hinbekommen: „Um 1600“ wird als Zeitangabe eingeblendet, dabei ist Dippel erst 1673 geboren ;-). Da sieht man, wie intensiv man sich mit dem Thema beschäftigt hat, scheint keinem im Produktionsteam aufgefallen zu sein. 😉 Ärgern tu ich mich aber über so Leute wie diese Seymour schon, die verdient ihr Geld damit, ist aber entweder nicht willens, zu faul oder unfähig ihre Behauptungen ordentlich zu recherchieren. Fehler können einem ja mal passieren, aber wer sich als Experte bezahlen lässt, sollte zumindest bei solch außergewöhnlichen Behauptungen, wie dass Dippel versucht hätte, Seelen von einem Körper zu einem anderen zu übertragen, die Quellen genau geprüft haben. So was nenne ich geistige Scharlatanerie, was irgendwie gut passt, da Dippel in dem Beitrag ja wie ein Quacksalber dargestellt wird, der durch das Land zog, um wirkungslose Tinkturen zu verkaufen. Dabei hat er das nie gemacht und – im Gegensatz zu seinen alchemistischen Versuchen – war seine Karriere als Mediziner äußerst erfolgreich.

      • Marc says:

        Ich hatte mich schoin gewundert, als ich das mit den Tinkturen hörte. Ich habe ja nicht so die Ahnung, aber das war mir einen Tick zu … äh … neu. Das Problem bei solchen Beiträgen ist nur: Wenn wir schon wissen, wieviel der Frankenstein-Beitrag taugt, wie sollte ich dann die anderen Themen in der Sendung einschätzen? (Aber ich werde nochmal reinschauen, da scheinen mir ein paar gute Ideen für Steampunk-Rollenspiel dabei. 😀

        (Den Frankenstein habe ich schon verwurstet: Als der moderne Prometheus auf deutsch erscheint, wird ein Trupp Darmstädter Soldaten auf die Burg geschickt, um mal zu gucken, was da dran ist …)

        • Ich hatte mich schoin gewundert, als ich das mit den Tinkturen hörte.

          Die reißen halt alles vollkommen aus dem Zusammenhang. Dippels Tieröl hatte nichts mit seiner Behauptung, er würde so fürchterlich alt werden, zu tun. An dem Öl war nichts Spektakuläres und es wurde ca. 200 Jahre für allerlei Sachen benutzt, nur nicht dafür um Leichen zu beleben oder länger zu leben. Und dass er bis 1808 leben würde, also 135 Jahre alt werden würde, hat er einmal als Reaktion darauf geschrieben, dass seine Gegner immer dann, wenn er länger nichts veröffentlicht hatte, behaupteten, dass er wohl gestorben sein muss. Das war ein Scherz! Und damit konstruieren die heute irgendeinen Quatsch mit einem Lebenselixier und der Belebung von Leichen.

          da scheinen mir ein paar gute Ideen für Steampunk-Rollenspiel dabei.
          (Den Frankenstein habe ich schon verwurstet

          Ich kann mir Walter Scheele sehr gut in Steampunk-Klamotten vorstellen 😉 .

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