Partsch, Texas, Kommunismus und Alice Cooper

Darmstadts Oberbürgermeister, den US-Staat Texas, Kommunismus und Rockmusiker Alice Cooper in einem ganz kurzen Blogeintrag unterzubringen… das klingt nach einer Herausforderung, ist aber ganz einfach:

Jochen Partsch befindet sich als Teil der Delegation um Volker „Buffy“ Bouffier in den USA, um Werbung für den IT-Standort Hessen zu machen. Außerdem soll eine Städtepartnerschaft mit Milwaukee angedacht sein.

  • Artikel Echo -> hier
  • Bilder aus San Antonio -> hier
  • Kurzmitteilung bzgl. Milwaukee -> hier

Mir persönlich fällt bei den Schlagwörtern Darmstadt und Texas sofort die Darmstädter Kolonie am Llano River ein, ein im 19. Jahrhundert grandios gescheitertes kommunistisches Siedlungsprojekt einiger überwiegend aus Darmstadt stammender Auswanderer. Ich hatte darüber einmal geschrieben -> hier und möchte die Gelegenheit nutzen, mal wieder darauf hinzuweisen. Ich finde es nämlich sehr schade, dass diese schöne Geschichte bei uns nahezu vergessen ist. Immerhin war der Anführer der Auswanderer, Ferdinand von Herff, Mitgründer des ersten Krankenhauses in San Antonio und gilt als „Vater des texanischen Krankenhauswesens“. Texas hat für den Mann Denkmäler gebaut.

Geboren wurde er in Darmstadt. Kennen tut man ihn hier aber praktisch gar nicht. Nicht mal das Stadtlexikon Darmstadt erwähnt ihn – und das hat ja sogar für Buffalo Bill einen eigenen Eintrag (unter dem Schlagwort Auswanderung wird aber zumindest die Auswandergruppe um von Herff in zwei Sätzen erwähnt).

Bzgl. Milwaukee fällt mir dagegen immer nur das ein (liegt wohl an meinem Alter 😉 ):

Party on! 😉

PS: und nachdem ich mir den Clip eben noch mal selbst angeschaut habe, finde ich es auch sehr lustig, dass Alice da sagt, dass Milwaukee die einzige Großstadt der USA wäre, die drei sozialistische Bürgermeister gewählt hat. Ich hab in dem Blogeintrag also Partsch, Texas, Wisconsin, Alice Cooper, Kommunismus und Sozialismus zusammengebracht ;-).

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One Response to Partsch, Texas, Kommunismus und Alice Cooper

  1. Danke für den Hinweis auf Deinen wirklich guten und gründlichen Beitrag.

    Die Auswanderergeschichte ist natürlich für die Geschichte der demokratischen Bewegungen im 19. Jahrhundert ungeheuer wichtig. Auch im Büchner-Kreis wurde das als Alternative zu Unterdrückung und Perspektivlosigkeit der gesellschaftlichen Veränderung immer wieder diskutiert. Bekannt ist, dass Friedrich Weidig in Butzbach August Becker heftig angegriffen hat, weil der Auswandererwerbung verteilen und selbst gehen wollte, und Georg Büchner selbst hat wohl auch bewusst auf die Auswanderung verzichtet, um in Deutschland weiter zu kämpfen.

    August Becker ist dann 1853 gegangen.

    Ludwig Büchners Tochter hat Carlo Buss, den Sohn eines 48er-Auswanderers in Darmstadt geheiratet, der mit seinen Eltern in den 1870er Jahren zurück nach Europa kam. Er war in Texas geboren und in Mexiko aufgewachsen.

    Vielleicht kann ja über die geplante Verschwisterung mehr Aufmerksamkeit auf die Darmstädter Amerikaner gerichtet werden.

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