Nachtrag zu Hindenburg & Co.

Endlich mal eine neue Information für mich heute im Echo:

Mittlerweile hat die Arbeitsgruppe Ehrengräber den Auftrag, das Leben und die politische Gesinnung von Namensgebern Darmstädter Straßen und deren Vereinbarkeit mit den Werten einer freiheitlich demokratischen Gesellschaft zu überprüfen. Dafür hat die Stadt 60 000 Euro bereitgestellt.

Dazu fallen mir zwei Dinge auf: 1. braucht es wirklich 60.000 Oironen, dass man mal die Straßennamen durchgeht und die Biographien der jeweiligen Namensgeber überprüft? Also, wenn die Stadt Geld sparen will, ich hätte das gerne kostengünstiger gemacht.

Und Zweitens: das Hauptargument der Gegner der Umbenennung sind doch die Kosten, die z.B. durch das Ändern des Briefkopfes vor allem für so große Betriebe wie die wbg angeblich entstehen. Dass diese Kosten 60.000,- Euro aber auch nur annährend erreichen, darf wohl eher bezweifelt werden. Das wirkt auf mich so, als würde man jetzt eine Menge Geld ausgeben, um den Namen nicht ändern zu müssen. Ich habe oft als Gegenargument gehört, dass es doch wohl wichtigeres gebe. Das ist richtig. Aber eigentlich muss man sich dann doch eher mal fragen, warum so viele so verbissen die Namensänderung verhindern. Hätte man das vor Jahren, als es zum ersten Mal debattiert wurde, gemacht, würde doch heute kein Hahn mehr danach krähen.

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3 Responses to Nachtrag zu Hindenburg & Co.

  1. Peter Edelmann says:

    Hier in Pfungstadt höre ich oft, „das gibt’s doch nur in Pungschd“, wenn die städtischen Mühlen im Schneckentempo, aber immer verbunden mit viel Aufwand und Kosten mahlen. Und auch mich überkommt allzu häufig der dringende Verdacht, daß vorgebliche Bürgerbeteiligung in Kommissionen und Ausschüssen Verhinderungsveranstaltungen sind. Das scheint mir in Darmstadt, zumindest in diesem Punkt, sehr ähnlich zu laufen.

    • Natürlich geht’s bei der Sache nur darum, das zu verschleppen. Das habe ich ja schon vor über einem Jahr geschrieben. Der Punkt aber ist, dass dafür 60.000,- Euro ausgegeben werden. Über viele Persönlichkeiten, die in unseren Straßennamen auftauchen, gibt es fundierte Arbeiten von Historikern, die muss man nur mal nachlesen. Für den Rest muss man halt mal ins Archiv tappen und sich durch ein paar Dokumente wühlen. Das soll ja auch keiner für umme machen müssen, dass das aber 60.000,- Euro an Kosten verursachen soll, ist geradezu lächerlich. Es geht hier doch nicht darum, vollwertige Doktorarbeiten für jede einzelne Persönlichkeit abzuliefern, sondern nur mal zu schauen, welche politischen Ansichten die so vertreten haben. Das ist kein Hexenwerk und könnte schon seit Monaten erledigt sein.

      Natürlich geht es nur ums Verschleppen, dass das aber seit neuestem so teuer ist, finde ich nur noch haarsträubend. Aber die Hindenburgstraße wird nicht umbenannt, weil es für Anwohner und Betriebe zu teuer ist, Briefköpfe und Visitenkarten zu ändern? Mit rationalen Argumenten hat die strikte Weigerung, die Hindenburgstraße umzubenennen, wirklich nichts mehr zu tun. Dass sich so vehement gegen so eine Kleinigkeit gewehrt wird, ist einfach nur, weil man den Befürwortern den politischen Sieg nicht gönnen will. Lieber Geldausgeben als Nachgeben.

  2. ernst says:

    ach herrje, und in dreißig jahren werden alle namen von mitgliedern der spd wieder umbenannt.

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