Wie man keine Umfrage macht…

Hab ich grade bei Echo-Online gelesen, die Frage der Woche:

Bundestagswahl: Haben Sie sich schon entschieden?
– Ja, denn ich wähle immer die gleiche Partei
– Ja, seit dem TV-Duell weiß ich, wen ich wähle
– Nein, ich bin immer noch unschlüssig
– Nein, ich werde gar nicht wählen
– Dazu habe ich keine Meinung

Ich habe mich bereits entschieden, aber weder wähle ich immer die gleiche Partei noch hat mich das TV-Duell von irgendwas überzeugt, nicht mal unterbewusst, denn ich hab’s gar nicht gesehen. Und das wird wohl nicht nur mir so gehen, von daher ist das Ergebnis solcher Umfragen schon methodisch falsch. Gleichzeitig ist man aber formal ganz korrekt, so wie man’s brav im Statistikseminar gelernt hat, gibt daher zwei positive, zwei negative und eine neutrale Antwortmöglichkeiten. Bloß stimmt das gar nicht, denn „Nein, ich werde gar nicht wählen“ ist auf die Frage, ob man sich schon entschieden hat, eine wirre Antwort. Wer nicht wählen geht, hat sich ja auch schon entschieden, folglich hat man eine negative, eine neutrale und drei positive Antworten, von denen eine allerdings so tut, als sei sie negativ, Naja, auch nicht ganz, denn „dazu hab ich keine Meinung“ ist ja eigentlich auch nicht entschieden, wen man wählt, folglich hat man tatsächlich drei positive Antworten, von denen eine so tut als sei sie negativ, und eine negative Antwort, die so tut als wäre sie neutral.

Dabei war’s doch eine ganz einfache ja/nein Frage: haben Sie sich schon entschieden? Ja/Nein.

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