Nachtrag zum ursprünglichen Straßenverlauf

[zum besseren Verständnis sollte zumindest der Artikel: Straßenverlauf in grauer Vorzeit und erstes Stadttor gelesen worden sein]

Als kleinen Nachtrag zu meinen Ausführungen über die von Stadthistorikern immer wieder vertretene Behauptung, dass die alte Bergstraße direkt am Schloss an der Wildhube eines Franken namens Darimund vorbeigeführt haben soll, hätte ich hier noch eine Luftaufnahme der Royal Air Force vom 19.09.1944: http://www.raf.mod.uk/bombercommand/images/c4660.jpg.

Diese Bildquelle wird sensiblen Gemütern vielleicht etwas makaber erscheinen, aber da seit dem Jahrestag der Brandnacht noch nicht mal ganz 2 Wochen vergangen sind, ist das Bild sicher auch unter diesem Aspekt interessant, zeigt es doch die nahezu totale Zerstörung der Altstadt. Wenn manchmal behauptet wird, viel der Bausubstanz der Altstadt wäre noch erhalten gewesen und erst nach dem Krieg unsensibel niedergerissen worden, so kann das diese Aufnahme nicht wirklich bestätigen (und es gab nach der Brandnacht ja noch weitere Luftangriffe). Vor allem das alte Oberdorf, die ältestes Siedlungszelle der Stadt, ist faktisch nicht mehr vorhanden.

Für die historische Fragestellung ist das Bild aber deshalb interessant, weil durch die Zerstörung die alten Straßenverläufe besser erkennbar sind, besser als das durch die nicht fehlerfreien alten Stadtpläne oder ältere Aufnahmen möglich ist, bei denen die Überbauung den Blick versperrt. Ich habe das mal markiert, grün ist der Straßenzug über die Langegasse, rot der Weg über das Schloss und gelb ist die Große Ochsengasse.

Was man sehen kann, ist, dass der alte Straßenzug, der vom Arheilger Tor über die Obergasse, die Langegasse, die Holzgasse und die alte Bessunger Straße zum Bessunger Tor führte, eine natürliche Fortführung des Weges ist, während der Weg über das Schloss eine unnatürliche Richtungsänderung vollzieht (und da habe ich noch nicht einmal berücksichtigt, dass der Weg nicht so gerade war, wie ich es hier eingezeichnet habe, sondern im Zickzack an den Häusern bzw. ursprünglich an Gärten vorbeiführte und daher noch ungeeigneter für einen Überlandweg war). Überlandwege hatten üblicherweise den Platz für langgezogene Richtungsänderungen, wie sie am Verlauf über die Langegasse erkennbar sind.

Die gelb eingezeichnete Große Ochsengasse ist auch interessant, denn man kann sehr gut sehen, dass die Straße ursprünglich senkrecht von der alten Überlandstraße (der alten Bergstraße) wegführte und erst später dann Richtung Marktplatz ausgerichtet wurde.

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3 Responses to Nachtrag zum ursprünglichen Straßenverlauf

  1. Pingback: Archäonews 25.09.2012 Otto , Wanderweg und Datenbank | Tribur.de

  2. Was mich wundert, ist dass es offenbar die Hochspannungshalle der TUD gar nicht gab. Ich dachte immer, die sei aus den 30ern.

    • In den 30ern gab es das Hochspannungslabor schon. Ich glaub aber – bin jetzt nicht ganz sicher -, das war da in der Hochschulstraße untergebracht.

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