Ein paar Worte an alte Bekannte

Ich möchte den ersten Eintrag dazu nutzen, ein paar Bemerkungen an all die Leute zu richten, die meinen alten, zwischenzeitlich gelöschten Blog (renegadenation.wordpress.com) gekannt haben. Wem der alte Blog unbekannt ist, kann sich diesen Beitrag schenken. Er/sie würde ohnehin nicht so recht verstehen, um was es geht.

Als ich vor ein paar Tagen anfing mit dem Gedanken zu spielen, wieder ein Blog zu eröffnen, war die wichtigste Frage, wie das nach den Querelen mit der Online-Zeitung, dessen Name nicht genannt werden darf, funktionieren kann. Nicht so wie das alte Blog auf jeden Fall. Polemiken wie jene, die das Ganze ausgelöst hat, sind undenkbar geworden. Ich bin nach wie vor nicht bereit, wegen solcher Kinkerlitzchen vor Gericht zu gehen. Das sieht man auch daran, dass ich von verschiedener Seite mehrfach dazu gedrängt wurde, gegen die Stellungnahme der Chefredakteurin der Online-Zeitung, dessen Name nicht genannt werden darf, sowohl straf- als auch zivilrechtlich vorzugehen. Ich habe es nicht getan und werde es nicht tun. Ich muss darauf vertrauen, dass jeder, der das liest, intelligent genug ist, um zu erkennen, dass das hinten und vorne nicht stimmt, und wer es nicht erkennt, hätte seine Meinung wohl auch nicht geändert, wenn ich einen Prozess deswegen geführt hätte.

Wenn ich solchem Quatsch aber zukünftig aus dem Weg gehen will, bedeutet das, dass ich nur Artikel veröffentlichen kann, bei denen selbst der Streitlustigste einsehen muss, dass eine Klage sinnlos wäre. Etwas Polemik hier, ein paar scharfe Formulierungen dort waren aber gerade bei den kommunalpolitischen Kommentaren das Salz in der Suppe. Was bringt ein Blog, bei dem sich der Leser nur langweilt?

Das war einer der Gründe, weshalb ich den alten Blog letztes Jahr gelöscht habe und deshalb erschien mir auch das Eröffnen eines neuen Blogs unsinnig. Dann las ich die Tage aber von dem Vorschlag, anstelle des abgerissenen Saladin-Gebäudes ein Stadtmuseum zu bauen, in dem die Geschichte Darmstadts anschaulich präsentiert wird. Die Idee selbst halte ich für etwas naiv, es ist unvorstellbar, dass der Bauverein an solch einer exponierten Stelle Unsummen ausgibt, um dann noch ein Museum zu haben, das nur durch starke Subventionierung überleben kann. Und die Stadt selbst kann sich angesichts der Haushaltslage so etwas auch nicht erlauben.

Mir fiel dabei aber auf, dass es zum einen durchaus ein nicht geringes Interesse an der Geschichte Darmstadts gibt, zum anderen aber im Internet nichts Vergleichbares zu meinem alten Blog existiert. Das Umfangreichste ist noch der Wikipedia-Eintrag, und der ist stellenweise eine Katastrophe. Also dachte ich, dass es doch sehr schade ist, dass mein altes Blog nicht mehr existiert.

Immerhin, etwas Gutes hat es, denn dass ich die alten Texte alle gelöscht habe, gibt mir jetzt die Möglichkeit, frech jedes Thema noch einmal zu recyclen und noch einmal darüber zu schreiben. 😉 Das verringert ein anderes Problem, das mich vom Bloggen abgehalten hat: zu wenig Zeit.

Und das ist der letzte Punkt, auf den ich kurz eingehen möchte: die teilweise kurze Frequenz an neuen Artikeln, wie ich sie in meinem alten Blog hatte, werde ich hier nicht erreichen können. Es wird ein entspannteres Blog werden, das alte Themen recyclet und zwischendurch, wenn ich keine Zeit oder keine Lust habe, auch mal für zwei/drei Wochen schweigen wird.

Gespannt bin ich auch auf die Resonanz. Die Zugriffszahlen haben sich bei meinem alten Blog über Monate hinweg sehr zäh nach oben entwickelt, bis ich davon ausgehen konnte, regelmäßig gelesen zu werden. Nicht zuletzt auch, weil ich den Namen des Blogs ändern musste (WordPress gibt den Namen von einmal gelöschten Blogs nicht frei), wird es sicher spannend zu sehen, ob und wenn ja, wann ich wieder dieselben Zugriffszahlen erreiche.

Vielleicht gibt’s das Blog jetzt aber auch nur, weil ich mich gestern dazu entschloss, nachdem ich beim Pub Quiz im Sheep definitiv viel zu viel getrunken habe … ööh …

Advertisements

10 Responses to Ein paar Worte an alte Bekannte

  1. Kerstin says:

    Hey, supercool das Du wieder schreibst! Ich freue mich auf Deine Beiträge – seien sie nun historisch fundiert oder tagesaktuell klug kommentiert…..welcome back! :-))))

  2. mcareful says:

    Kann mich Kerstin nur anschließen. Wünsche Dir viel Erfolg!

  3. jau klasse 100 Punkte…

  4. Freut mich sehr, wieder von Dir zu lesen!

  5. Marc says:

    Wenn ich nicht gleich regiere, wird’s schnell – schnell mal länger. 😉 Willkommen zurück!

    Ja, ich kenne das. Da macht man sein Blog zu und in Gedanken gleich wieder eines auf. Nur will man was anders machen.

    Ich überlege zur Zeit, wie das mit verwickeltes weitergehen kann, denn einerseits gibt es jede Menge zu erzählen, andererseits wird das nicht bezahlt. Und wer weiß welcher potenzielle Arbeitgeber in ferner Zukunft mitliest und dem ich ungewollt auf die Füße trete, Personaler sind ja unberechenbar. Für den einen ist es erfrischendes Querdenken, für den anderen lästiges Quertreiben.

    • Ich finde, das Problem ist, dass es in Darmstadt zu wenig Blogs gibt, die sich mit der Stadt auseinandersetzen. Gäbe es das, würde allein schon aus der Eigendynamik heraus mehr Dinge entstehen, über die man bloggen kann. Es ist zB schade, dass sich in Stadtteilen wie beispielsweise Süd III trotz relativ großer Bevölkerungsdichte niemand zu finden scheint, der regelmäßig über den Stadtteil bloggt. Es wäre sicher mal keine dumme Idee, a) Klischees aufzubrechen und b) trotzdem sich ein Bild darüber machen zu können, wie die Lebensumstände in den sogenannten „Problembezirken“ wirklich sind. Dazu muss man aber vor Ort leben, sonst wird das nichts. Wenn man sieht, welche Fürze in den „alten“ Stadtteilen zum Teil riesige Debatten und umfangreiches Werkeln des Magistrats zur Folge haben, muss man sich in Süd III manchmal schon etwas verarscht vorkommen.

  6. Marc says:

    Ah, neues Blog-Theme. Wobei das offizielle „Fleur de Lis“-Thema ja schon sehr passend für Darmstadt ist. Ich hatte das mal 2006 für ein Blog zur Kommunalwahl verwendet.

    Plan war, dass aus jeder Partei einer mitbloggt, zwei hatte ich schon gefunden, aber dann scheiterte das an einem Troll mit einem Blog aus dem Odenwald, der sich aufregte, dass ich SED-Vergleiche ebensowenig zulassen wollte, wie Nazi-Vergleiche. Nach zwei Tagen Laufzeit mit anmaßenden Kommentaren habe ich das Projekt eingestellt, weil ich gegen den Typen keine Chance sah mehr Ruhe reinzubringen.

    Seitdem gilt mein autoritäres Hausrecht, solche Typen fliegen inzwischen sofort raus.

    • Ja, das Theme war aber nur wegen der Lilie so passend, sonst war es eher unübersichtlich und offensichtlich auch noch verbuggt, es hat in schöner Regelmäßigkeit keine Inhalte auf der Startseite angezeigt. Das ging natürlich gar nicht.

      Ein Troll mit einem Blog aus dem Odenwald? Ich glaub, ich kenn den Blog. Ich schreib jetzt aber nicht, was ich von dem Betreiber halte, sonst muss ich meinen Blog schon wieder schließen … 😉

  7. Schön, dass du wieder dabei bist, bei den Bloggern aus Darmstadt!
    (Hab irgendwie lange gebraucht, das mitzubekommen…)

  8. Stefan Opitz says:

    Habe ebenfalls zu lange gebraucht, um dich wiederzufinden. Welcome back! Auch wenn ich jetzt erstmal keine Zeit habe, die ganzen Artikel zu lesen.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: