Neue Details zu den Monstermythen auf Burg Frankenstein

Ich hatte ja gerade zugegeben, dass ich manchmal auch einfach bei Google Books recherchiere. Bevor mir einer einen Strick daraus dreht: mir sind sämtliche Schwierigkeiten dabei bewusst. Ein paar interessante Details kann man dennoch immer mal wieder dabei entdecken. Diesmal bin ich seit längerer Zeit mal wieder auf den Mythos um Burg Frankenstein zurückgekommen.

Meine Recherchen dazu hatte ich ja Ende 2011 mit einem immerhin 13-seitigen Aufsatz abgeschlossen, der Anfang 2012 auf der Internetseite des Geschichtsvereins Eberstadt-Frankenstein veröffentlicht wurde (nachzulesen hier). Ich hatte dabei festgestellt, dass die häufige Behauptung, Mary Shelley wäre von der Burg Frankenstein zu ihrem berühmten Roman Frankenstein oder der moderne Prometheus inspiriert worden, lediglich ein moderner Mythos ist, der nach dem 2. Weltkrieg entstand, bedingt zum einen durch die Stationierung von US-Truppen nahe der Burg, die später dann auch das jährliche Halloween-Festival ins Leben riefen, und der amerikanischen Tourismusbranche, die Flüge nach Frankfurt verkaufen wollte und deshalb mit einer frei erfundenen Geschichte einen Zusammenhang zwischen der Burg Frankenstein und Shelleys Roman herstellte.

Mehr von diesem Beitrag lesen

Desinteresse an der regionalen Frühgeschichte

Zurzeit mache ich mir wieder einmal ein wenig Gedanken über die Menhiranlage auf der Scheftheimer Wiese. Um es gleich vorweg zu nehmen, neue Erkenntnisse gibt es nicht. Allerdings verstehe ich mehr und mehr, wieso es die nicht gibt. Ich hatte früher ja schon bemängelt (z.B. hier), dass es kaum Forschungsinteresse an dem Steinkreis gibt, obwohl dieser, trotzdem nur noch einige wenige Steine stehen, ein äußerst bedeutender Fund ist, der das etablierte Bild der Megalithkulturen ein bisschen über den Haufen geworfen hat, weil man lange Zeit der Meinung war (und es erstaunlicherweise bis heute teilweise ist!), dass sich die Megalithkulturen gar nicht so weit südlich ausgebreitet hatten. Die vielen Flurnamen in unserer Gegend, die auf die einstige Existenz von Megalithen hindeuten, wurden üblicherweise auf später weggeräumte Findlinge zurückgeführt, ohne kultische Bedeutung. Bei den wenigen noch vorhandenen sogenannten “Hinkelsteinen” nahm man entweder spätere Grenzmarkierungen an oder – wie beim Darmstädter Hinkelstein – eben auch, dass das bloß ein alter Findling ist, der nie kultische Bedeutung hatte.

Mehr von diesem Beitrag lesen

Ja, was denn nun?

Über die bundesweit Schlagzeilen machende Durchsuchung beim Darmstädter Echo will ich mich gar nicht groß auslassen. Das wird gerade so breit diskutiert, dass ich das nicht auch noch extra hier in meinem kleinen Blog tun muss (außerdem: wenn so leichtfertig Durchsuchungsbeschlüsse rausgehauen werden… ich brauch meinen PC noch ;-) ). Eines finde ich aber doch interessant. Laut Echo sagte der Pressesprecher der Staatsanwaltschaft, Noah Krüger, über den angeblich beleidigenden Kommentar, dass dieser trotz des rüden Tons “noch im Rahmen” gewesen wäre. In einer Stellungnahme gegenüber der PC Welt wies Krüger den jetzt überall gebrachten Vorwurf, dass eine vergleichbare Aktion in Augsburg vom dortigen Landgericht für rechtswidrig erklärt wurde, damit zurück, dass diese beiden Fälle nicht vergleichbar wären, da in Augsburg “die Schwelle zur strafbaren Beleidigung noch nicht überschritten” gewesen wäre.

Meiner Ansicht nach hat er aber mit seiner Aussage von wegen “noch im Rahmen” selbst zumindest in Frage gestellt, dass diese Schwelle überschritten war. Außerdem entscheidet die Frage, wann eine Beleidigung tatsächlich strafbar ist, ein Richter und nicht die Staatsanwaltschaft. Der Verdacht, dass hier vor der Aktion – anders als Krüger in seiner Stellungnahme behauptet – die Sachlage eben nicht umfassend und gewissenhaft geprüft wurde, liegt zumindest nahe. Dass bei einem Kommentar, der “noch im Rahmen” war und zeitnah gelöscht wurde, eine solch große Aktion nicht verhältnismäßig ist, sollte eigentlich außer Frage stehen.

Spannend wird die Sache aber ohnehin erst, wenn sich herausstellt, dass die ganze Aktion eben nicht in Ordnung war. Dann hat das Echo nämlich, wenn man’s ganz eng sieht, den Klarnamen freiwillig herausgegeben. Und sich vielleicht dann deswegen strafbar gemacht. Die Staatsanwaltschaft ist dann zumindest nicht regresspflichtig.

30 Jahre Vertreibung

Das Echo hat einen der vor 30 Jahren aus Darmstadt vertriebenen Roma gesprochen: “Niemand hat uns gewollt”

Auch eine Chronologie der Ereignisse gibt es: Darmstadt und die Roma – eine Chronik.

Ich bin keine 50 Meter von dem Haus in der Wormser Straße, bei dem damals der Sprengsatz losging, aufgewachsen. Obwohl ich noch ein kleines Kind war, kann ich mich bis heute noch gut an das “Zigeunerhaus” erinnern und dass wir Kinder davor gewarnt wurden, dort hinzugehen. Der Effekt war natürlich, dass ich dadurch neugierig darauf wurde. Ich weiß auch noch sehr gut, dass ich das Gelände um das Haus sehr unordentlich fand, ansonsten habe ich mich aber schon damals gefragt, wo denn das Problem mit den Bewohnern sein soll, dass man Angst vor ihnen haben müsste. Die damaligen Ereignisse sind vermutlich Schlüsselereignisse meiner Kindheit. Ich bin 1977 geboren, war also wirklich noch zu jung, um irgendwelche Zusammenhänge zu verstehen, es vergingen auch viele Jahre, bis ich auch nur anfing, noch einmal darüber nachzudenken. Im Nachhinein glaube ich jedoch, dass es prägend war, sozusagen der erste Riss, den ich in der scheinheiligen Fassade des bürgerlichen Lebens wahrnahm.

In diesem Zusammenhang sei auch noch einmal auf meinen Blogeintrag vom 02. Juni 2012 verwiesen, in dem ich mich an einer kurzen Übersicht der gesamten Geschichte der Roma in Darmstadt versucht hatte: Fahrendes Volk.

Was nix kost…

Hurra, die Mathildenhöhe hat’s auf die Liste für die Bewerbung zum Weltkulturerbe der UNESCO geschafft. Was uns das bringt: nochmal 560.000,- € zusätzliche Kosten. Dankeschön. Dabei hatten Grüne, CDU und FDP doch vor zwei Jahren behauptet, dass die Aufnahme auf die sogenannte Tentativliste keine Kosten verursachen würde. Die Aufnahme nicht, nur der vorauseilende Gehorsam. Die Frage, die ich damals in einem Beitrag hier gestellt habe, ob denn irgendwem was fehlen würde, wenn die Mathildenhöhe kein Weltkulturerbe wird und was denn nun der genaue Nutzen dieser Auszeichnung wäre, hat mir übrigens bis heute immer noch niemand befriedigend beantworten können.

Jubiläum einer Namensfindung

Marcs Artikel zum diesjährigen Grenzgang hat heute meine freie Zeit zwischen Arbeit und Fußball in Anspruch genommen ;-). Nicht so sehr, weil das Echo (bestimmt ausschließlich aus Platzgründen) die zwei kritischen Sätze zu Landgraf Ludwig VIII. herausgestrichen hat (Wortlaut nachzulesen auf Marcs Blog), sondern weil ich mich gefragt habe, wie man auf die Idee kommt, der Stadtteil Kranichstein würde dieses Jahr “450 Jahre alt” werden. So zumindest (unter anderem) unser geschätzter Oberbürgermeister, der das vor Ort auf Gläsern mit dem Kranichsteiner Pseudowappen nachlesen konnte.

Ich war da etwas verwirrt darüber. Wann genau Orte gegründet wurden, ist meistens nicht mehr genau festzustellen. Deshalb zieht man für Jubiläen meist die Ersterwähnung heran. Kranichstein wird jedoch, da noch unter der Bezeichnung Einsiedel-Rod, bereits 1399 erwähnt, also vor 615 Jahren. Seither hieß es Kranichsrod nach seinem “Besitzer” Henne Kranich von Dirmstein (was für’n Name! Armer Kerl). Erstaunlich, dass man nicht dieses Datum herangezogen hat, sonst neigt man doch eher zur Übertreibung wie z.B. in Arheilgen, wo man vor 3 Jahren 1375 Jahre Ersterwähnung gefeiert hat, was auf eine ziemlich dumme Fehldatierung zurückzuführen ist.

Mehr von diesem Beitrag lesen

Blogstatistik

Nachdem die Bewertungen wieder zu gehen scheinen, hat sich der letzte Eintrag wohl erledigt. Gleichwohl bin ich da bei den Kommentaren auf die Zugriffszahlen gekommen und dachte, das ist vielleicht auch mal ganz interessant. Hier also mal der aktuelle Stand (heute, 20.00 Uhr) der Zugriffe seit Einrichtung des Blogs. Ist dann auch mal eine Auflistung aller verfügbarer Artikel, die sonst längst weit hinten im Nirwana verschwunden sind. Ein paar hätten durchaus ein paar mehr Klicks verdient gehabt (ein paar auch nicht ;-) ).

Mehr von diesem Beitrag lesen

Folgen

Erhalte jeden neuen Beitrag in deinen Posteingang.